Aktualisiert 23. Oktober 2026
Warum Elektroarbeiten besonders sind
Elektrische Anlagen können Brände und Unfälle verursachen. Deshalb unterscheidet das Schweizer Recht zwischen Arbeiten, die jede Person erledigen darf, und Arbeiten an festen Installationen, die eine Bewilligung voraussetzen. Das Auswechseln einer Glühbirne oder das Einstecken eines Geräts gehört zur ersten Gruppe. Das Verlegen von Leitungen, der Einbau von Steckdosen oder Änderungen im Verteilerkasten gehören zur zweiten.
Für Sie als Auftraggeberin oder Auftraggeber heisst das: Ein günstiger Bekannter, der es kann, ist keine sichere Lösung, wenn er die nötige Bewilligung nicht besitzt. Bei einem Schaden kann die Versicherung Fragen zur Qualifikation der ausführenden Person stellen.
Installationsbewilligung und Kontrolle
Wer in der Schweiz Elektroinstallationen für Dritte ausführt, braucht dafür in der Regel eine Installationsbewilligung. Sie wird vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat, kurz ESTI, erteilt. Fragen Sie den Betrieb offen danach, auf wen die Bewilligung lautet und wer die Arbeit auf Ihrer Baustelle ausführt.
Nach Abschluss wird ein Sicherheitsnachweis erstellt, der bestätigt, dass die Installation geprüft wurde. Lassen Sie sich diesen Nachweis aushändigen und bewahren Sie ihn bei den Wohnungsunterlagen auf. Bei Eigentum kann er beim Verkauf oder bei einer späteren Kontrolle nützlich sein. Periodische Kontrollen von Gebäudeinstallationen richten sich nach der Art der Liegenschaft, fragen Sie dazu Ihre Verwaltung oder die Fachperson.
- Auf wen lautet die Installationsbewilligung?
- Wird ein Sicherheitsnachweis ausgestellt und übergeben?
- Welche Normen und Vorschriften werden eingehalten?
Ausbildung und Berufsbezeichnungen
Die Grundausbildung ist die Lehre als Elektroinstallateurin oder Elektroinstallateur mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Darauf bauen weitere Abschlüsse auf, zum Beispiel der Weg zum Projektleiter oder zum Meister. Für Ihre Entscheidung ist weniger der Titel an der Wand wichtig als die Frage, ob die Person, die bei Ihnen arbeitet, die passende Erfahrung für den konkreten Auftrag hat.
Bei Spezialaufgaben wie Photovoltaik, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Smart-Home-Steuerung oder Brandmeldeanlagen lohnt sich die Frage nach Referenzen für genau diese Art von Projekt. Nicht jeder Betrieb deckt alles ab, und das ist in Ordnung, wenn er es offen sagt.
Offerte und Abrechnung
Bei kleinen Reparaturen rechnen viele Betriebe nach Aufwand ab, also nach Arbeitszeit, Material und Anfahrt. Bei grösseren Projekten ist eine schriftliche Offerte mit klarer Leistungsbeschreibung üblich. Prüfen Sie, ob Materialien wie Schalterserien, Leuchten oder Verteilerkomponenten enthalten sind, ob die Mehrwertsteuer ausgewiesen ist und wie mit Zusatzarbeiten umgegangen wird, wenn hinter der Wand etwas Unerwartetes auftaucht.
Bezahlt wird in der Schweiz meist per Rechnung mit QR-Einzahlungsschein. Manche Betriebe akzeptieren auch Karte oder TWINT. Bei kleineren Aufträgen ist die Zahlung nach Abschluss und Abnahme üblich, bei grösseren Projekten sind Teilzahlungen nach Baufortschritt gebräuchlich und sollten schriftlich festgehalten werden.
- Aufwand, Pauschale oder Kostendach: Was ist vereinbart?
- Wie werden unvorhergesehene Mehrarbeiten gemeldet?
- Ist die Anfahrt in der Offerte enthalten?
Notfälle und Termine
Bei einem Stromausfall, der nur Ihre Wohnung betrifft, prüfen Sie zuerst den Sicherungskasten und fragen die Liegenschaftsverwaltung. Wer zur Miete wohnt, sollte Mängel an der Elektroanlage zuerst der Verwaltung melden, bevor eine Firma auf eigene Rechnung beauftragt wird. Bei Brandgeruch, Funken oder dem Gefühl, einen elektrischen Schlag zu bekommen, schalten Sie den betroffenen Stromkreis aus und rufen im Zweifel die Notrufnummer der Feuerwehr an.
Geplante Arbeiten wie eine Sanierung des Verteilerkastens oder neue Leitungen sollten Sie rechtzeitig anfragen. Viele Betriebe sind vor den Ferien und im Herbst gut ausgelastet, und Arbeiten, bei denen der Strom abgestellt werden muss, müssen mit der Hausgemeinschaft abgesprochen werden.
Stadt, Quartier und Sprache
In dicht bebauten Stadtteilen mit älteren Häusern sind Leitungsführungen oft anspruchsvoller als in Neubauten, weil Wände dick oder geschützt sein können. In Neubauquartieren sind dafür Vorschriften zu Ladeinfrastruktur und Zählerplätzen häufig schon berücksichtigt. Allgemeine Aussagen helfen aber nur begrenzt, ein Besichtigungstermin vor Ort bleibt der verlässlichste Weg.
Die Verständigung läuft in Zürich meist auf Deutsch. Technische Unterlagen wie Schemas, Prüfprotokolle und der Sicherheitsnachweis sind in der Regel deutsch verfasst. Wenn Sie Englisch bevorzugen, klären Sie das vorher.
Websta als Vergleichshilfe
Auf Websta zeigt ein Anbieter seine Leistungen auf einer eigenen Profilseite: Dienstleistungen, Preise nach eigener Festlegung, Fotos, ein Kontaktformular und Online-Buchung. Sie können mehrere Elektrobetriebe nebeneinander ansehen und sehen, ob jemand zum Beispiel Ladestationen, Altbausanierung oder Kleinreparaturen anbietet. Den Überblick finden Sie unter /marketplace/electrical.
Sie können auch eine Aufgabe einstellen, etwa die Erneuerung der Beleuchtung in einer Wohnung, und Angebote erhalten. Wichtig: Ein Profil ersetzt keine Prüfung. Fragen Sie jeden Anbieter nach der Bewilligung und lassen Sie sich Zusagen schriftlich bestätigen. Websta verspricht weder Aufträge noch bestimmte Ergebnisse.
Häufig gestellte Fragen
- Darf ich in meiner Wohnung selbst Steckdosen installieren?
- Arbeiten an festen Installationen sind in der Schweiz grundsätzlich bewilligungspflichtig. Laienarbeiten sind nur sehr eingeschränkt erlaubt. Fragen Sie vor jedem Eingriff die zuständige Fachperson oder die Verwaltung.
- Was ist ein Sicherheitsnachweis?
- Es ist ein Dokument, das bestätigt, dass eine Elektroinstallation nach den geltenden Regeln kontrolliert wurde. Lassen Sie ihn sich nach der Arbeit geben und heben Sie ihn auf.
- Wie finde ich in Zürich einen Elektriker für eine Ladestation?
- Suchen Sie nach Betrieben, die Referenzen für Ladestationen nennen können, und holen Sie eine schriftliche Offerte ein. Bei Mehrfamilienhäusern ist die Zustimmung der Eigentümerschaft nötig.
- Wie läuft eine Anfrage über Websta?
- Sie suchen ein Profil nach Leistung und Ort oder stellen eine Aufgabe ein. Anbieter antworten mit Angeboten, und Sie entscheiden selbst.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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