Aktualisiert 22. Oktober 2026
Wer in Graz für Kunst und Design zahlt
Graz ist eine Universitätsstadt und hat eine eigene Kunstuniversität. Das schafft ein Umfeld, in dem Gestaltung geschätzt wird, aber auch viele junge Kreative, die um dieselben Aufträge konkurrieren. Bezahlte Arbeit kommt in der Praxis aus fünf Richtungen: kleine Betriebe und Selbständige, die Logo, Visitenkarten, Verpackung oder Social-Media-Grafiken brauchen, Gastronomie und Geschäfte in der Innenstadt und in Bezirken wie Lend, Gries oder Jakomini, Vereine und Veranstalter mit Plakaten und Flyern, Privatpersonen mit Auftragswerken, Illustrationen oder Geschenken und Agenturen, die freie Mitarbeit vergeben.
Für freie Kunst gilt eine andere Logik als für Design. Ein Bild verkauft sich über Sichtbarkeit, Ausstellungen und Menschen, die dir folgen. Gestaltungsaufträge verkaufst du dagegen über ein klares Angebot: Was bekommt der Kunde, bis wann, zu welchem Preis.
Preise ansetzen und über Geld reden
Bei kreativer Arbeit fällt es vielen schwer, einen Preis zu nennen, weil Zeit und Wert nicht deckungsgleich sind. Hilfreich ist, Leistungen klar abzugrenzen: ein Logo mit zwei Entwürfen und einer Korrekturschleife, ein Plakat in zwei Formaten, eine Illustration in bestimmter Größe. Wer nur nach Stunden rechnet, bestraft sich selbst, sobald er schneller wird.
Rechne deine Kosten ein: Material, Software, Druck, Rahmen, Versand, Steuern und Sozialversicherung. Nenne den Preis ruhig und ohne Entschuldigung, und sprich vor Beginn über Nutzungsrechte. Was der Kunde mit dem Werk machen darf, gehört in die Absprache. Konkrete Preise geben wir hier nicht an, weil sie von Technik, Erfahrung und Auftrag abhängen.
Wie die ersten zehn Kunden aussehen
Die ersten Kunden sind fast immer Menschen aus deinem Umfeld: ein Freund mit einem Café, eine Bekannte, die sich selbständig macht, ein Verein, in dem du mitmachst. Das sind keine großen Aufträge, aber sie liefern das, was du am dringendsten brauchst, nämlich Arbeiten, die du zeigen darfst, und Rückmeldungen, wie andere mit dir zusammenarbeiten.
Rechne damit, dass nicht jede Anfrage zum Auftrag wird. Manche wollen nur eine Idee, manche haben kein Budget. Lerne früh, solche Gespräche freundlich zu beenden und Zeit für die Anfragen zu behalten, bei denen ein Preis überhaupt möglich ist.
Was du als Selbständige in Österreich klärst
Ob deine Tätigkeit als Gewerbe, als freiberufliche Tätigkeit oder als Neue Selbständigkeit gilt, hängt davon ab, was genau du machst. Grafikdesign, Illustration, Kunsthandwerk und Auftragsmalerei können unterschiedlich eingeordnet sein. Frag deshalb vor der ersten Rechnung bei der Wirtschaftskammer Steiermark und der Gewerbebehörde der Stadt Graz nach, welche Anmeldung für dich passt.
Bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) klärst du deine Versicherung, beim Finanzamt Einkommensteuer, Umsatzsteuer und die Frage, ob für dich die Kleinunternehmerregelung gilt. Wenn du angestellt bist, prüfe, ob du eine Nebentätigkeit melden musst. Führe von Anfang an eine einfache Aufstellung deiner Einnahmen und Ausgaben und stelle ordentliche Rechnungen aus.
Was in den ersten Monaten schiefgeht
Typisch sind Preise, die nur das Material decken, Aufträge ohne schriftliche Absprache und Kunden, die nach der dritten Korrektur noch ein völlig neues Konzept wollen. Auch das Gegenteil kommt vor: Man wartet auf Inspiration und gibt zu selten ein Angebot ab.
Ein weiteres Problem ist fehlende Sichtbarkeit. Viele Kreative zeigen ihre Arbeit nur auf Instagram, wo Preise, Leistungen und Kontaktwege verstreut sind. Wer dich über eine Suche findet, will schnell sehen, was du anbietest und wie man dich beauftragt.
- Umfang und Korrekturschleifen schriftlich festlegen
- Eine Anzahlung vereinbaren, vor allem bei Auftragswerken
- Nutzungsrechte vorab klären
- Regelmäßig Angebote schreiben, auch wenn es zäh ist
Wie ein Websta-Profil dazu passt
Ein Websta-Profil ist eine Seite, die wie eine kleine Website aussieht: mit deinen Leistungen und Preisen, Fotos deiner Arbeiten, einem Kontaktformular und Online-Buchung für Termine, etwa für ein Erstgespräch oder eine Porträtsitzung. Den Link schickst du an jeden, der fragt. Über den Marktplatz können Menschen in der Nähe Anbieter nach Leistung und Ort finden oder eine Aufgabe einstellen, auf die du ein Angebot machen kannst.
Kartenzahlungen werden über Stripe auf dein eigenes Bankkonto ausgezahlt, und die Preise bestimmst du selbst. Die Seite ersetzt nicht deine Arbeit am Portfolio, aber sie sorgt dafür, dass Interessierte alles an einem Ort finden.
Ein ehrlicher Ausblick
Kunst und Design zahlen sich selten schnell aus. Viele kombinieren Aufträge, Verkäufe und ein zweites Standbein, zumindest am Anfang. Das ist keine Niederlage, sondern häufig der Weg. Beginne mit einem klaren Angebot, kläre die Anmeldung, zeige drei bis fünf Arbeiten und sprich gezielt Betriebe und Vereine an. Ob und wann daraus ein Einkommen entsteht, kann dir niemand zusagen.
Häufig gestellte Fragen
- Kann ich in Graz als Künstlerin oder Designer nebenbei Geld verdienen?
- Ja, viele beginnen nebenberuflich. Kläre vorher, ob du eine Nebentätigkeit melden musst und welche Anmeldung zu deiner Tätigkeit passt. Auskunft gibt die Wirtschaftskammer Steiermark.
- Brauche ich als Grafikdesignerin in Österreich ein Gewerbe?
- Das hängt von der genauen Tätigkeit ab. Frage vor der ersten Rechnung bei der Wirtschaftskammer Steiermark oder der Gewerbebehörde der Stadt Graz nach, welche Einordnung für dich gilt.
- Wie bekomme ich in Graz meine ersten Designaufträge?
- Meist über Bekannte, kleine Betriebe, Gastronomie, Vereine und Veranstalter. Ein paar vorzeigbare Arbeiten und eine Seite mit Leistungen und Kontakt machen es leichter, dass man dich weiterempfiehlt.
- Wie setze ich als Anfänger Preise für Design oder Kunst fest?
- Grenze Leistungen klar ab, rechne Zeit, Material und Abgaben ein und kläre Nutzungsrechte. Passe die Preise nach den ersten Aufträgen an.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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