Als Koch oder Caterer in Hamburg Geld verdienen: Ein Leitfaden

Kochen können viele, aber für andere zu kochen und dafür Geld zu nehmen, ist in Deutschland an klare Regeln gebunden. Wer in Hamburg als Koch, Privatkoch oder Caterer verdienen will, braucht neben guten Rezepten eine saubere Küche, die richtigen Meldungen und eine Kalkulation, die Zeit und Material ehrlich einrechnet. Dieser Text beschreibt, woher Aufträge kommen, wie ein erster Preis entsteht, was die ersten Kunden ausmacht und was in Deutschland vor dem ersten bezahlten Auftrag zu klären ist. Er verspricht keinen Verdienst und keinen Zeitplan.

Aktualisiert 22. Oktober 2026

Zuerst: Lebensmittelrecht und Hygiene

Wer Lebensmittel gewerblich zubereitet und abgibt, ist Lebensmittelunternehmer und muss sich bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung melden. In Hamburg sind dafür Stellen der Bezirksämter zuständig. Dort erfahren Sie auch, ob die eigene Küche zu Hause für gewerbliche Zwecke genutzt werden darf oder ob Sie eine geeignete Küche mieten müssen.

Für Menschen, die mit Lebensmitteln arbeiten, ist außerdem eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz vorgesehen, die über das Gesundheitsamt läuft. Hinzu kommen Hygienekonzepte, Temperaturkontrollen und die Kennzeichnung von Allergenen. Fragen Sie bei der Behörde nach, was für Ihr konkretes Angebot gilt, bevor Sie verkaufen.

Woher die Aufträge in Hamburg kommen

Aufträge entstehen bei privaten Feiern, Firmenessen, Meetings, Hochzeiten und Veranstaltungen. Dazu kommen Menschen, die regelmäßig Essen vorbereitet haben wollen, zum Beispiel Familien oder Berufstätige, sowie Privatkochabende zu Hause bei Kunden. Viele Anfragen kommen über Empfehlungen, andere über die Suche im Netz nach Catering oder Koch im eigenen Stadtteil, etwa in Ottensen, Eimsbüttel oder der Schanze.

Büros und kleine Firmen sind ein regelmäßiger Auftraggeber, wenn sie für Sitzungen oder Feiern Essen brauchen. Dort zählen Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und eine Rechnung, die die Buchhaltung versteht.

  • Private Feiern, Geburtstage, Hochzeiten
  • Firmen: Meetings, Sommerfeste, Mittagsangebote
  • Privatkoch bei Kunden zu Hause
  • Vorbereitetes Essen für Familien und Berufstätige

Den ersten Preis festlegen

Kalkulieren Sie vom Wareneinsatz aus: Zutaten, Verpackung, Einkaufszeit, Zubereitung, Transport, Geschirr und Reinigung. Dazu kommen Küchenmiete, Strom, Versicherung und Ihre eigene Arbeitszeit, die oft deutlich länger ist als die Zeit am Herd. Viele unterschätzen, wie viel Zeit Planung, Einkauf und Aufräumen brauchen.

Nennen Sie Preise pro Person oder pro Menü mit einer klaren Mindestmenge und schreiben Sie, was enthalten ist. Absprachen zu Allergien, Mengen und Lieferzeit stehen schriftlich. Bei Aufträgen, die Wareneinkauf im Voraus verlangen, ist eine Anzahlung üblich.

Die ersten zehn Kundinnen und Kunden

Der Anfang sind oft Bekannte, die eine Feier planen, oder Kollegen, die jemanden für ein Team-Essen suchen. Solche Aufträge sind klein, aber sie zeigen, wie viel Zeit ein Menü wirklich braucht und wo Pannen entstehen. Aus ihnen entstehen Fotos, Rückmeldungen und weitere Anfragen.

Rechnen Sie damit, dass Mengen sich kurzfristig ändern und Gäste Allergien erst spät nennen. Fragen Sie früh nach und halten Sie die Absprache schriftlich fest.

Selbstständig in Deutschland: Anmeldung und Steuern

Catering und Kochen gegen Bezahlung gelten in der Regel als Gewerbe. Die Gewerbeanmeldung läuft in Hamburg über das zuständige Bezirksamt. Das Finanzamt verschickt danach den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Sie meist über ELSTER ausfüllen. Bei Lebensmitteln gelten unterschiedliche Umsatzsteuersätze, je nachdem, ob Sie Speisen liefern oder vor Ort bewirten; klären Sie das mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung. Auch die Kleinunternehmerregelung sollten Sie dort prüfen.

Planen Sie Krankenversicherung, Rücklagen für Steuern und eine Betriebs- oder Produkthaftpflicht ein, denn eine Lebensmittelvergiftung kann teuer werden. Wer neben einer Stelle startet, liest den Arbeitsvertrag auf Nebentätigkeitsklauseln.

Was in den ersten Monaten häufig schiefgeht

Häufig sind zu knappe Kalkulationen, Kühlketten, die nicht passen, und Aufträge, die zeitlich nicht zu schaffen sind. Wer zu viel Menge in zu kurzer Zeit zusagt, verliert Qualität. Ebenfalls verbreitet: kein Ersatz bei Krankheit, fehlende Absprache zu Geschirr und Rückgabe und eine Rechnung, die erst Wochen später kommt. Beginnen Sie mit überschaubaren Aufträgen und steigern Sie die Größe, wenn der Ablauf sitzt.

Wie ein Websta-Profil dazu passt

Ein Websta-Profil ist eine Seite, die wie eine kleine Webseite aussieht, mit Leistungen, Preisen, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Für Köche und Caterer heißt das: Menüs, Preise pro Person und Fotos Ihrer Arbeit stehen an einem Ort, Interessierte schicken eine Anfrage über das Formular, und Sie versenden einen Link, statt dieselben Fragen mehrfach zu beantworten. Die Seite kann über die Suche gefunden werden.

Im Marktplatz suchen Menschen nach Leistung und Ort und können Aufgaben einstellen, auf die Anbieter Angebote abgeben. Kartenzahlungen laufen über Stripe und werden auf Ihr eigenes Bankkonto ausgezahlt; die Preise legen Sie fest. Mehr zur Kategorie unter /marketplace/food.

Ein realistischer Blick auf Zeit und Aufwand

Gastronomische Selbstständigkeit ist arbeitsintensiv. Viele Aufträge liegen abends und am Wochenende, und die Marge hängt stark von der Kalkulation ab. Starten Sie klein, prüfen Sie nach jedem Auftrag, ob Zeit und Preis zusammenpassen, und bauen Sie das Angebot langsam aus. Wie viel am Ende bleibt, lässt sich vorher nicht sagen.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich in meiner Küche zu Hause für andere kochen und verkaufen?
Das hängt von Art der Speisen und Umfang ab. Fragen Sie bei der Lebensmittelüberwachung des zuständigen Bezirksamts, ob Ihre Küche zugelassen werden kann.
Brauche ich einen Hygienenachweis?
Für den Umgang mit Lebensmitteln ist in der Regel eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz nötig, die über das Gesundheitsamt läuft. Fragen Sie dort nach den Details.
Muss ich ein Gewerbe anmelden?
Catering und Kochen gegen Bezahlung gelten in der Regel als Gewerbe. In Hamburg melden Sie es beim Bezirksamt an.
Wie finde ich Aufträge als Caterer?
Über Empfehlungen, Firmen und die Suche im Netz nach Catering im eigenen Stadtteil.

Zu den Zahlen

Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.

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