Geld verdienen als Tätowierer in Berlin: So fangen Sie an

Berlin gilt als Stadt der Tattoo-Studios, und wer hier als Tätowierer Geld verdienen will, arbeitet in einem dichten Markt. Das heißt nicht, dass es keinen Platz gibt, aber der Einstieg verlangt Geduld, ein gutes Portfolio und saubere Organisation. Dieser Text ist für Menschen gedacht, die Tätowieren beherrschen und in Berlin davon leben oder dazuverdienen wollen. Er nennt keine Verdienstsummen und keine Kundenzahlen, sondern beschreibt, woher Kunden kommen, wie man Preise ansetzt und was rechtlich und praktisch zu klären ist.

Aktualisiert 22. Oktober 2026

Woher Kunden in Berlin kommen

Tattoo-Kunden suchen selten nach dem billigsten Anbieter. Sie suchen einen Stil. Deshalb entscheidet Ihr Portfolio mehr als jede Anzeige. Die meisten Anfragen entstehen über Instagram, über Empfehlungen von Freunden und über die Suche nach Stil und Ort. Wer in Berlin tätowiert, konkurriert mit sehr vielen Studios und freien Künstlern, in Kreuzberg, Neukölln, Friedrichshain und anderen Teilen der Stadt.

Wer in einem Studio arbeitet, bekommt dort meist Laufkundschaft, gibt aber oft einen Teil des Umsatzes ab. Wer selbstständig mietet oder als Gastkünstler arbeitet, hat mehr Freiheit und trägt mehr Risiko. Beides ist möglich, aber die Bedingungen unterscheiden sich, also verhandeln Sie diese schriftlich.

  • Eigene Arbeiten auf einem klaren Profil, mit abgeheilten Fotos
  • Empfehlungen von Kunden, die ihr Tattoo zeigen
  • Gastspiele und Zusammenarbeit mit Studios
  • Online-Suche nach Stil und Ort

Einen ersten Preis setzen

Preise im Tattoo-Bereich setzen sich meist aus Zeit, Größe, Aufwand und Material zusammen. Viele Tätowierer arbeiten mit einem Stundensatz oder mit einem Festpreis pro Motiv. Rechnen Sie dabei nicht nur die Stunden am Körper, sondern auch Beratung, Entwurf, Vorbereitung, Einwegmaterial, Hygiene, Raumkosten und Nachsorge.

Ein häufiger Anfängerfehler ist, sehr günstig zu stechen, um Kunden zu gewinnen. Das zieht Kunden an, die nur auf den Preis achten, und ist später schwer zu ändern. Setzen Sie lieber einen fairen Mindestpreis und erklären Sie ihn offen. Sprechen Sie über Geld vor dem Termin, nicht erst am Ende.

Wie die ersten zehn Kunden aussehen

Die ersten zehn Kunden sind oft Freunde, Kollegen und deren Bekannte. Die Motive sind eher klein und die Preise noch bescheiden. Das ist kein Rückschritt, sondern der Aufbau Ihres Portfolios. Fotografieren Sie jedes Ergebnis nach dem Abheilen und fragen Sie, ob Sie es zeigen dürfen.

Rechnen Sie mit Terminen, die abgesagt werden, und mit Anfragen, die nie zum Termin führen. Das ist in dieser Branche üblich und kein Zeichen, dass Sie etwas falsch machen.

Was Sie als Selbstständiger in Deutschland klären müssen

Tätowieren wird in Deutschland in der Regel als Gewerbe behandelt. Sie melden es beim Gewerbeamt Ihres Bezirks an und lassen sich beim Finanzamt erfassen, meist über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung in ELSTER. Prüfen Sie außerdem Krankenversicherung und die Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer.

Wichtig ist der Gesundheitsschutz. Tätowieren ist eine Tätigkeit mit Infektionsrisiko, und es gibt Anforderungen an Hygiene, Räume und Material, die vom Gesundheitsamt überwacht werden können. Fragen Sie vorab beim zuständigen Gesundheitsamt und beim Gewerbeamt, was für Ihre Räume und Ihre Tätigkeit gilt. Klären Sie auch Haftpflichtversicherung und Einwilligungen der Kunden, und lassen Sie Hinweise zur Nachsorge schriftlich geben.

Was in den ersten Monaten oft schiefgeht

Häufig sind Terminausfälle ohne Anzahlung. Wer ohne Anzahlung arbeitet, trägt den Ausfall allein. Eine Anzahlung, die auf den Endpreis angerechnet wird, schützt Ihre Zeit und zeigt, dass der Termin ernst gemeint ist. Legen Sie die Regeln für Absagen vorher fest und schreiben Sie sie auf.

Ebenso kritisch: Aufträge annehmen, die nicht zu Ihrem Können passen. Ein misslungenes Tattoo ist dauerhaft sichtbar, auch in der Online-Bewertung. Lehnen Sie Motive ab, die Sie nicht sicher ausführen, und empfehlen Sie lieber jemand anderen. Das bringt auf Dauer mehr Vertrauen.

Wie eine Websta-Seite dazu passt

Websta gibt Anbietern eine Profilseite, die wie eine kleine Webseite funktioniert, mit Leistungen, Preisen, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Für Tätowierer eignet sich das als Link, den Sie einem Interessenten schicken können, statt Preise und Stile in Nachrichten zu erklären. Preise legen Sie selbst fest.

Über den Marktplatz finden Menschen in der Nähe Anbieter nach Leistung und Ort. Kartenzahlungen, zum Beispiel eine Anzahlung, werden über Stripe auf Ihr eigenes Bankkonto ausgezahlt. Das ersetzt keine Empfehlungen, macht Ihr Angebot aber auffindbar. Mehr dazu unter /marketplace/tattoo.

Ehrlich bleiben: Es dauert

Niemand kann Ihnen eine Zahl an Kunden oder einen Zeitplan versprechen. Der Markt in Berlin ist voll, und Ruf entsteht langsam. Bleiben Sie bei Ihrem Stil, halten Sie die Hygiene sauber, verlangen Sie faire Preise und prüfen Sie nach einigen Monaten, welche Motive und Kanäle bei Ihnen am besten funktionieren.

Führen Sie dafür eine einfache Liste: Wie kam der Kunde zu Ihnen, wie lange dauerte der Termin, was haben Sie dafür bekommen? Nach einigen Wochen sehen Sie, welche Motive sich lohnen und welche Anfragen Zeit kosten, ohne etwas einzubringen. Das hilft, Preise und Terminlängen nachvollziehbar anzupassen.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich eine Erlaubnis, um in Berlin zu tätowieren?
Sie müssen ein Gewerbe anmelden und sollten beim zuständigen Gesundheitsamt klären, welche Anforderungen an Hygiene und Räume gelten. Verlassen Sie sich dafür auf die Behörde, nicht auf Hörensagen.
Kann ich als Tätowierer nebenberuflich arbeiten?
Das ist möglich, wenn der Arbeitsvertrag es erlaubt und Sie die Tätigkeit anmelden. Auch nebenberuflich müssen Einnahmen versteuert werden.
Wie viel Anzahlung sollte ich verlangen?
Das legen Sie selbst fest. Üblich ist, eine Anzahlung auf den Endpreis anzurechnen. Schreiben Sie die Absagebedingungen vorher auf.
Wie finden Kunden mein Studio oder meine Arbeit?
Über Empfehlungen, Social Media und die Online-Suche nach Stil und Ort. Eine Websta-Seite mit Leistungen, Preisen und Fotos kann dabei als Link dienen.

Zu den Zahlen

Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.

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