Geld verdienen als Künstler oder Designerin in Wien: Der Start

Wien hat eine große Kunst- und Designszene, und das ist Chance und Hindernis zugleich: Viele Talente, viele Mitbewerber, begrenzte Budgets. Wer zeichnet, malt, gestaltet oder Grafik macht, muss sich überlegen, ob er Werke verkauft, Aufträge annimmt oder beides. Dieser Artikel beschreibt, woher zahlende Kundschaft kommt, wie du erste Preise findest, wie die ersten Aufträge aussehen und was du in Österreich klären musst. Zusagen zu Einnahmen gibt es nicht, weil sie von Stil, Angebot und Ausdauer abhängen.

Aktualisiert 22. Oktober 2026

Woher zahlende Kundschaft kommt

Es gibt zwei Grundrichtungen. Die eine ist der Verkauf eigener Werke: Bilder, Drucke, Illustrationen, Objekte, über Märkte, Ausstellungen, Galerien, Online-Shops oder direkt. Die andere sind Aufträge: Logos, Plakate, Verpackungen, Illustrationen für Bücher oder Webseiten, Porträts nach Auftrag, Wandgestaltung, Hochzeitseinladungen. Beides hat eigene Kundenkreise.

Für Aufträge sind kleine Unternehmen die wichtigste Quelle: Cafés, Praxen, Start-ups, Selbständige und Vereine, die Gestaltung brauchen, aber keine Agentur beauftragen wollen. Sie suchen online nach „Grafikdesign Wien“ oder „Illustratorin Wien“ und fragen Bekannte. Bezirke wie Neubau, Mariahilf, Leopoldstadt oder Josefstadt haben viele solche Betriebe. Für Werke sind Märkte, Ausstellungen und Sichtbarkeit im Netz wichtig, aber Verkäufe brauchen meist Zeit und Wiederholung.

Erste Preise festlegen

Bei Aufträgen ist die Frage, was die Arbeit kostet, nicht, wie schön sie ist. Rechne Konzept, Entwurf, Korrekturen, Reinzeichnung und Lieferung. Lege fest, wie viele Korrekturschleifen im Preis stehen, und kläre Nutzungsrechte: Darf der Kunde das Logo überall verwenden? Für wie lange? Ohne diese Klärung kommt es später zu Streit.

Bei Werken ist der Preis oft schwieriger, weil Material, Zeit und ideeller Wert zusammenkommen. Beginne mit Material und Stundenaufwand, beobachte, was vergleichbare Künstler in ähnlicher Lage verlangen, und halte Preise konsistent. Wenn du denselben Druck einmal teuer und einmal günstig verkaufst, schadet das deinem Ruf.

Wie die ersten Aufträge aussehen

Die ersten Aufträge kommen aus dem eigenen Umfeld: ein Logo für eine Freundin, ein Plakat für einen Verein, ein Porträt als Geschenk. Sie sind oft knapp bezahlt, bringen aber Referenzen. Frage nach, ob du das Ergebnis zeigen darfst, und halte den Ablauf schriftlich fest.

Online-Anfragen kommen manchmal von Menschen, die nicht wissen, was Gestaltung kostet. Erkläre kurz, wie du arbeitest, und nenne einen Rahmen. Manche verlieren dann das Interesse, andere schätzen die Klarheit. Rechne damit, dass es dauert, bis sich ein Stil herumspricht.

  • Zuerst Freunde, Vereine und kleine Betriebe im Umfeld.
  • Dann Anfragen über die Suche, teils mit unklaren Erwartungen.
  • Referenzen und Freigaben als wichtigster Ertrag der ersten Aufträge.

Was du in Österreich klären musst

Die steuerliche und rechtliche Einordnung hängt davon ab, was du tust. Bildende Kunst kann anders behandelt werden als gewerbliche Gestaltungsleistungen, und manche Formen von Grafikdesign gelten als Gewerbe. Frag bei der Gewerbebehörde, in Wien beim Magistratischen Bezirksamt, beim Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien, beim Finanzamt und bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) nach, was für dich passt. Für Kunstschaffende gibt es zusätzlich eigene Stellen und Förderungen, nach denen du dort fragen kannst.

Dazu gehören Umsatzsteuer und die Kleinunternehmerregelung, außerdem Rechnungen mit den nötigen Angaben. Bei Barzahlung, etwa auf Märkten, fragst du nach Beleg- und Registrierkassenpflichten. Wenn du angestellt bist, prüfe deinen Arbeitsvertrag. Beachte bei Aufträgen auch Urheberrecht: Verwende nur Schriften, Bilder und Material, deren Nutzung erlaubt ist.

Was in den ersten Monaten oft schiefgeht

Häufig ist es die fehlende schriftliche Vereinbarung. Wenn Umfang, Preis, Korrekturen und Rechte nicht festgehalten sind, wird ein kleiner Auftrag schnell zu einem großen. Ein kurzes Angebot per Nachricht oder E-Mail reicht, um das zu vermeiden.

Der zweite Fehler ist, zu billig zu sein, weil man sich über Aufmerksamkeit freut. Wer am Anfang sehr günstig arbeitet, gewöhnt Kunden an ein Niveau, das später schwer zu heben ist. Ein befristeter Einstiegspreis ist besser. Und verliere nicht den Blick auf deine Zeit: Kunstwerke und Aufträge konkurrieren um dieselben Stunden.

Wo ein Websta-Profil hilft

Mit Websta bekommst du eine Profilseite, die wie eine kleine Website funktioniert: Leistungen und Pakete, Preise, Fotos deiner Arbeiten als Portfolio, ein Kontaktformular und Online-Buchung. Den Link schickst du an Interessierte, statt jedes Mal ein Portfolio zusammenzustellen. Wer in der Nähe Gestaltung sucht, findet Anbieter im Marktplatz unter websta.ai/marketplace/art, und dort lassen sich auch Aufgaben einstellen, auf die Anbieter Angebote machen.

Bei Kartenzahlung läuft das Geld über Stripe auf dein eigenes Bankkonto, die Preise bestimmst du selbst. Das ersetzt keine gute Arbeit, aber es macht Buchung und Zahlung einfacher. Wie viele Anfragen kommen, kann niemand vorhersagen.

Realistisch einordnen

Kunst und Design können in Wien zum Einkommen werden, aber selten schnell. Viele kombinieren Aufträge mit freier Arbeit oder einer Anstellung. Halte nach den ersten Aufträgen fest, was jeder an Zeit und Kosten verursacht hat, und konzentriere dich auf das, was sich trägt.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich als Künstler in Österreich ein Gewerbe anmelden?
Das hängt von der Tätigkeit ab. Bildende Kunst und gewerbliche Gestaltung können unterschiedlich behandelt werden. Finanzamt, SVS und Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien sagen dir, was für dich gilt.
Wie viel soll ich für ein Logo verlangen?
Rechne Konzept, Entwurf, Korrekturen und Nutzungsrechte zusammen und lege fest, wie viele Korrekturen im Preis enthalten sind.
Wie finde ich Auftraggeber in Wien?
Über kleine Betriebe, Vereine, Bekannte und die Online-Suche. Ein Portfolio mit klaren Leistungen erleichtert die Entscheidung.
Wie bekomme ich Zahlungen online?
Kartenzahlungen über Websta werden per Stripe auf dein eigenes Bankkonto ausgezahlt.

Zu den Zahlen

Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.

Verwandte Leitfäden

Alle Leitfäden