Aktualisiert 22. Oktober 2026
Woher zahlende Kundinnen in Wien kommen
Wien ist groß, und genau das ist am Anfang das Problem: Es gibt viele Salons, viele Anbieterinnen und viele Profile auf Social Media. Zahlende Kundschaft kommt deshalb selten durch Zufall, sondern über wenige, klar benennbare Wege. Der wichtigste ist fast immer die persönliche Empfehlung. Wer eine Freundin, Kollegin oder Nachbarin gut behandelt hat, wird weitererzählt, besonders bei Dienstleistungen, bei denen man jemanden an sich heranlässt.
Der zweite Weg ist die Suche im Netz. Menschen tippen etwas wie „Wimpernverlängerung Wien“ oder „Nageldesign in meiner Nähe“ und vergleichen, was sie finden. Hier zählt, ob du überhaupt auffindbar bist, ob Leistungen und Preise erkennbar sind und ob man direkt einen Termin anfragen kann. Der dritte Weg sind Arbeitsplätze und Gemeinschaften: Kolleginnen im Büro, Eltern aus der Schule der Kinder, Sportgruppen, Hochzeitsgäste. Bezirke spielen eine Rolle, weil niemand für eine Behandlung quer durch die Stadt fährt. Wer in Favoriten, Floridsdorf, Ottakring oder Neubau wohnt, findet seine ersten Kundinnen meist im eigenen Grätzl und in den angrenzenden Bezirken.
Den ersten Preis festlegen und über Geld sprechen
Ein erster Preis sollte aus drei Dingen entstehen: deinen eigenen Kosten, deiner Zeit und dem, was vergleichbare Anbieterinnen in deinem Bezirk verlangen. Schau dir auf den Seiten von einigen Salons und selbstständigen Anbieterinnen an, was eine Behandlung kostet, und rechne dann ehrlich nach, was dich Material, Raummiete, Anfahrt und Vor- und Nachbereitung pro Termin kosten. Die Zeit zwischen den Kunden, das Desinfizieren und das Schreiben von Nachrichten gehören auch dazu.
Ganz zu Beginn ist ein leicht reduzierter Einstiegspreis für Modelle oder Bekannte üblich. Sag aber offen, dass es ein Einstiegspreis ist und ab wann der reguläre Preis gilt. Wer den Preis später ohne Ankündigung verdoppelt, verliert Vertrauen. Sprich über Geld früh und klar: Preis, Dauer, Stornoregel und Zahlungsart gehören in die erste Nachricht, nicht an den Schluss des Termins. Das wirkt professionell und erspart unangenehme Gespräche.
Wie die ersten zehn Kundinnen meist aussehen
Die ersten zehn Kundinnen sind selten Fremde. Meist sind es Menschen, die dich schon kennen oder über jemanden kennen, der dich kennt. Dazu kommen ein bis zwei, die dich online gefunden haben und erst einmal prüfen, ob du echt bist. Rechne damit, dass einige Termine nicht zustande kommen, verschoben werden oder dass jemand nur einmal kommt.
Nutze diese ersten Termine bewusst: Mach vorher und nachher Fotos, sofern die Person einverstanden ist, frage nach einer ehrlichen Rückmeldung und frage, wen sie sonst noch kennt, der Interesse haben könnte. Aus diesen zehn Terminen entstehen dein Fotomaterial, deine ersten Erfahrungswerte zur Dauer und ein Gefühl dafür, welche Leistungen du wirklich gern machst und welche sich lohnen.
- Bekannte und Empfohlene machen den größten Teil der ersten Termine aus.
- Einzelne Anfragen kommen über die Online-Suche und stellen mehr Fragen vorab.
- Absagen und Verschiebungen gehören zum Anfang dazu.
Was du in Österreich klären musst, bevor du Geld nimmst
Kosmetik, Nagelpflege, Fußpflege und Make-up sind in Österreich in der Regel gewerbliche Tätigkeiten. Ein Teil davon ist reglementiert, das heißt, es braucht einen bestimmten Befähigungsnachweis. Welche Tätigkeit genau darunter fällt, entscheidet die Gewerbebehörde, in Wien ist das das Magistratische Bezirksamt. Frag dort oder beim Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien nach, bevor du anfängst, und lass dir sagen, welche Gewerbeberechtigung für deine konkreten Leistungen nötig ist.
Danach geht es um die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) und um das Finanzamt. Wer selbstständig arbeitet, ist in der Regel pflichtversichert und gibt Einkünfte in der Steuererklärung an. Ob du die Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer nutzen kannst, klärst du mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung. Wenn du angestellt bist und nebenbei arbeiten willst, schau in deinen Arbeitsvertrag und frage die Arbeitgeberin, ob eine Nebentätigkeit gemeldet werden muss. Auch Hygiene und Haftpflicht solltest du ansprechen, bevor du jemanden behandelst.
Was in den ersten Monaten oft schiefgeht
Typische Stolpersteine sind zu niedrige Preise, die sich später kaum anheben lassen, und fehlende Regeln bei Absagen. Wer am Anfang keine Stornoregel hat, wartet bald auf Kundinnen, die nicht erscheinen. Ein weiterer Punkt ist die Terminverwaltung per Nachrichten: Sie kostet viel Zeit und führt zu Doppelbuchungen, besonders wenn du zusätzlich einen Hauptjob hast.
Ebenfalls häufig: Man investiert zu viel Geld in Material und Ausstattung, bevor klar ist, welche Leistung gefragt ist. Kaufe erst, was die ersten Termine wirklich brauchen. Und schließlich unterschätzen viele den Aufwand für Sichtbarkeit. Gute Arbeit allein reicht in einer Stadt dieser Größe nicht, man muss sie auch zeigen.
Wie ein Websta-Profil in diesen Alltag passt
Mit Websta bekommst du eine Profilseite, die wie eine kleine Website funktioniert: mit deinen Leistungen, den Preisen, Fotos, einem Kontaktformular und Online-Buchung. Du kannst den Link an jede Person schicken, die fragt, was du machst und was es kostet, und musst nicht jedes Mal alles neu erklären. Zusätzlich kann dich über den Marktplatz finden, wer in deiner Nähe nach einer Leistung sucht, und Menschen können dort eine Aufgabe einstellen, auf die Anbieter Angebote abgeben. Einen Überblick findest du unter websta.ai/marketplace/beauty.
Wenn Kundinnen online mit Karte bezahlen, läuft die Zahlung über Stripe und wird auf dein eigenes Bankkonto ausgezahlt. Die Preise legst du selbst fest. Das ersetzt nicht die Arbeit an Empfehlungen und Qualität, aber es nimmt dir Organisation ab, die sonst Zeit frisst. Ob und wie viele Anfragen kommen, hängt von deinem Angebot, deinem Bezirk und deinem Einsatz ab, und das lässt sich nicht vorhersagen.
Realistisch bleiben
Ein Zusatzeinkommen mit Kosmetik oder Nageldesign in Wien ist möglich, aber es wächst langsam und verlangt Zuverlässigkeit. Plane die ersten Monate als Lernphase ein, rechne alle Kosten mit und halte fest, was sich lohnt. Wenn du nach einigen Monaten weißt, welche Leistungen gefragt sind und was ein Termin dich wirklich kostet, kannst du entscheiden, ob du den Anteil erhöhst oder es bei einem Nebenverdienst belässt.
Häufig gestellte Fragen
- Darf ich in Wien ohne Gewerbe als Kosmetikerin arbeiten?
- Wer regelmäßig gegen Entgelt kosmetische Leistungen anbietet, braucht in der Regel eine Gewerbeberechtigung. Welche genau, sagt dir das Magistratische Bezirksamt oder der Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien.
- Wie finde ich meine ersten Kundinnen in Wien?
- Meist über Bekannte, Empfehlungen und die Online-Suche. Ein Link mit Leistungen, Preisen und Terminanfrage hilft, weil du ihn direkt weiterschicken kannst.
- Wie hoch soll mein erster Preis sein?
- Vergleiche Anbieterinnen in deinem Bezirk, rechne deine Kosten und deine Zeit pro Termin ein und sag offen, wenn ein Einstiegspreis nur für die ersten Termine gilt.
- Bekomme ich das Geld direkt aufs eigene Konto?
- Bei Kartenzahlung über Websta läuft die Auszahlung über Stripe auf dein eigenes Bankkonto. Die Preise bestimmst du selbst.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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