Als Elektriker in St. Gallen selbständig Geld verdienen

Elektroarbeiten sind in der Schweiz stark geregelt, und das aus gutem Grund: Fehler können Brände oder Unfälle auslösen. Wer in St. Gallen als Elektriker auf eigene Rechnung arbeiten möchte, muss deshalb vor dem ersten Kunden mehr klären als in vielen anderen Berufen. Dieser Artikel beschreibt, woher Aufträge kommen, wie du Preise bestimmst, welche Bewilligungen und Versicherungen zu prüfen sind und wo ein Websta-Profil mit Leistungen, Preisen und Online-Buchung hilft. Einkommenszahlen gibt es keine, und rechtliche Details solltest du immer bei den zuständigen Stellen bestätigen.

Aktualisiert 22. Oktober 2026

Wer in St. Gallen Elektroarbeiten bestellt

Privatpersonen brauchen Steckdosen, Lampen, Anschlüsse für Geräte, Ladestationen für Elektroautos oder die Behebung von Störungen. Verwaltungen und Eigentümer lassen Wohnungen vor Mieterwechseln prüfen und anpassen. Kleine Betriebe brauchen Beleuchtung, Anschlüsse und Kontrollen. Auch Hausbesitzer in älteren Gebäuden, etwa in der Altstadt und an den Hängen, haben Bedarf an Modernisierung.

Viele dieser Aufträge sind klein, dringend und lokal. Wer schnell erreichbar ist und verständlich erklärt, hat bessere Chancen als jemand, der nur die Preisliste zeigt. Grosse Projekte laufen meist über etablierte Betriebe.

Hilfreich ist auch der Kontakt zu Hauswarten und Verwaltungen. Sie wissen, wo Störungen auftreten, und vergeben Aufträge oft an Betriebe, die zuverlässig erscheinen. Das braucht Zeit und Geduld, ist aber ein stabiler Weg, wenn deine Bewilligung geklärt ist.

  • Privatpersonen mit Störungen, neuen Anschlüssen oder Lampen
  • Eigentümer und Verwaltungen bei Renovationen
  • Kleine Betriebe mit Beleuchtungs- und Anschlussbedarf
  • Menschen, die online einen Elektriker in der Nähe suchen

Preise bestimmen

Üblich sind Stundenansätze und Pauschalen für klar umrissene Arbeiten. Sieh dir an, was Betriebe in der Region öffentlich nennen, und rechne deine Kosten: Werkzeug, Messgeräte, Fahrzeug, Material, Versicherung, Weiterbildung und Abgaben. Berücksichtige auch Anfahrt und Abschlussdokumentation.

Gib vor dem Start einen Preis oder einen Rahmen an und melde dich, wenn sich der Aufwand ändert. Kunden verstehen höhere Kosten, wenn sie vorher informiert werden. Regle, wer das Material liefert.

Kunden fragen häufig nach einem Festpreis für Fehlersuche. Weil der Aufwand vorher schwer abschätzbar ist, ist ein Stundenansatz mit einer Obergrenze oder einer Rückmeldung nach der ersten Stunde oft fairer als eine feste Zusage.

Die ersten zehn Kunden

Zu Beginn sind es kleine, bewilligungsfähige Aufträge für Bekannte und Nachbarn. Dokumentiere jede Arbeit mit Fotos und Messprotokollen, soweit vorgeschrieben. Das schützt dich und liefert Referenzen.

Lehne Arbeiten ab, für die du keine Bewilligung hast. Ein ehrliches Nein ist nicht nur rechtlich nötig, es schützt auch deinen Ruf.

Halte in jedem Fall schriftlich fest, was du geprüft, geändert und übergeben hast. Wer später nach einem Schaden fragt, will wissen, wann welche Arbeit gemacht wurde.

Bewilligung, Kontrolle und Selbständigkeit

Der wichtigste Punkt zuerst: In der Schweiz dürfen Elektroinstallationen nur von Personen oder Betrieben ausgeführt werden, die dafür eine Bewilligung haben. Zuständig ist das Eidgenössische Starkstrominspektorat, ESTI, das auch erklärt, welche Qualifikationen und Nachweise für eine Installationsbewilligung nötig sind, und welche Arbeiten ohne Bewilligung erlaubt sind. Hol dir diese Auskunft schriftlich, bevor du Aufträge annimmst. Nach Installationen sind Kontrollen und Sicherheitsnachweise vorgeschrieben, die du selbst oder ein unabhängiges Kontrollorgan ausführt.

Die allgemeinen Punkte entsprechen anderen Selbständigen: Anmeldung bei der AHV-Ausgleichskasse, im Kanton St. Gallen bei der SVA St. Gallen, Deklaration der Einnahmen in der Steuererklärung, und je nach Umsatz Mehrwertsteuer und Handelsregister (Auskunft bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung und dem Handelsregisteramt des Kantons). Eine Betriebshaftpflicht mit passender Deckung ist unverzichtbar. Wenn du angestellt bist, lies deinen Arbeitsvertrag, denn Nebenarbeit im gleichen Beruf ist oft meldepflichtig.

Was am Anfang schiefgeht

Der gravierendste Fehler ist, ohne Bewilligung zu installieren. Das kann zu Bussen, Versicherungsproblemen und Gefahr für Menschen führen. Der zweite ist fehlende Dokumentation: Ohne Protokoll weisst du später nicht, was geprüft wurde. Der dritte ist Zeitdruck, bei dem Sicherheitsschritte übersprungen werden.

Dazu kommen praktische Fragen: Ersatzteile, Werkzeug, Sicherheitsausrüstung und Messgeräte, die regelmässig geprüft und kalibriert werden müssen. Plane diese Kosten ein.

Auch die Weiterbildung wird unterschätzt. Normen und Vorschriften ändern sich, und wer nicht auf dem Laufenden bleibt, riskiert Fehler. Plane dafür Zeit und Geld ein.

Wie ein Websta-Profil passt

Mit einem Websta-Profil hast du eine Seite wie eine kleine Website: Leistungen, Preise, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Kunden sehen, was du anbietest, und können einen Termin buchen. Das Profil kann ausserdem über die Suche gefunden werden. Nenne dort nur Arbeiten, für die du eine Bewilligung hast.

Kartenzahlungen laufen über Stripe auf dein eigenes Bankkonto, die Preise legst du selbst fest. Auf dem Marktplatz unter /marketplace/electrical suchen Menschen nach Leistung und Ort und können Aufgaben einstellen, auf die Anbieter Angebote machen.

Realistische Erwartungen

Ein Elektrikerbetrieb wächst über Verlässlichkeit und Qualität. Beginne klein, kläre Bewilligung und Versicherung zuerst und erweitere dann. Aussagen zu Einkommen oder Zeit wären nicht seriös.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich als Elektriker ohne Bewilligung arbeiten?
Installationen erfordern in der Regel eine Bewilligung. Frage beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat ESTI nach, was für dich gilt.
Brauche ich eine Versicherung?
Eine Betriebshaftpflicht mit passender Deckung ist unverzichtbar.
Wie melde ich mich als selbständiger Elektriker an?
Bei der AHV-Ausgleichskasse, im Kanton St. Gallen bei der SVA St. Gallen.
Wie werde ich bezahlt?
Kartenzahlungen über Websta laufen über Stripe auf dein eigenes Bankkonto.

Zu den Zahlen

Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.

Verwandte Leitfäden

Alle Leitfäden