Aktualisiert 22. Oktober 2026
Woher die Kundschaft in Genf kommt
Genf ist französischsprachig und international. Neben Einheimischen leben dort viele Menschen, die für internationale Organisationen, Firmen und Hotels arbeiten, dazu kommen Pendler aus der Region. Viele suchen einen Coiffeur in der Nähe von Wohnung oder Arbeitsplatz und bleiben dann oft jahrelang. Das heisst auch: Wer neu anfängt, muss die Kundschaft anderen abnehmen, und das gelingt durch Empfehlung, Erreichbarkeit und konstante Qualität.
Quartiere wie Carouge, Plainpalais, Eaux-Vives, Servette oder Champel haben jeweils eigene Kundschaft. Dazu gibt es Gruppen, die einen Hausbesuch schätzen: ältere Menschen, Eltern kleiner Kinder, Leute mit eingeschränkter Mobilität. Gefunden wird man über Empfehlung, soziale Medien mit Arbeitsbeispielen und die Suche im Netz nach Leistung und Quartier.
Den ersten Preis festlegen
Preise für Haarschnitte sind für Kundinnen und Kunden sichtbar und werden verglichen. Rechne deine Kosten pro Behandlung: Produkte, Färbemittel, Wäsche, Geräte, Raummiete oder Stuhlmiete, Versicherung und Fahrzeit bei Hausbesuchen. Frage dich, wie viele Behandlungen du pro Tag realistisch schaffst, und rechne nicht mit voller Auslastung.
Trenne Leistungen: Schneiden, Färben, Strähnen und Pflege dauern unterschiedlich lang und kosten unterschiedlich. Gib bei jeder Leistung eine Dauer und einen Preis an. Bei Farbe kann der Aufwand je nach Haarlänge variieren; nenne einen Ausgangspreis und sage, wann ein Zuschlag anfällt. So gibt es am Ende keine Überraschung.
Wie die ersten zehn Kunden aussehen
Zuerst sind es Freunde, Familie und Kollegen, oft zu einem Preis, der Material deckt, aber kaum Zeit bezahlt. Das ist ein Übergang. Sobald du Fotos und Rückmeldungen hast, solltest du Preise an die Marktlage anpassen und Bekannten ehrlich sagen, dass der Freundschaftspreis nicht dauerhaft gilt.
Plane auch den Rhythmus ein: Haarschnitte wiederholen sich nach einigen Wochen, Farbtermine nach etwas längerer Zeit. Wer Kunden beim Gehen gleich den nächsten Termin anbietet, füllt den Kalender planbarer, als wenn er auf spontane Anfragen wartet. Das ist am Anfang wichtiger als jede Werbung.
Notiere für jede Kundin und jeden Kunden Haartyp, Behandlungen und Produkte. Das spart Zeit beim nächsten Termin und zeigt Aufmerksamkeit. Bitte um Erlaubnis, Fotos zu machen, und frage, ob die Person Freunden von dir erzählt.
Selbständig in der Schweiz: die Stellen, die du fragen solltest
In der Branche sind zwei Modelle verbreitet: ein eigener Salon oder Hausbesuche, und die Miete eines Stuhls in einem fremden Salon. Bei Stuhlmiete ist die Abgrenzung zur Anstellung wichtig. Wer fest eingebunden ist und Weisungen erhält, kann als Angestellter gelten. Kläre das vorab mit der Ausgleichskasse. Weitere Stellen:
- Ausgleichskasse (AHV): im Kanton Genf die Caisse cantonale genevoise de compensation.
- Kantonale Steuerverwaltung Genf: Erfassung der Einkünfte und Vorauszahlungen.
- Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV): Wann Mehrwertsteuer relevant wird.
- Handelsregister des Kantons Genf: Wann ein Eintrag Pflicht ist.
- Kantonale Behörden: Anforderungen an Räume, Hygiene und den Umgang mit Chemikalien bei Färbemitteln.
- Versicherung: Berufshaftpflicht, falls es zu Hautreaktionen oder Haarschäden kommt.
Was in den ersten Monaten schiefgeht
Häufig sind Preise, die nicht zur Arbeitszeit passen, vor allem bei Farbbehandlungen, die länger dauern als gedacht. Ebenso häufig sind Terminlücken und Absagen. Eine klare Regel zu kurzfristigen Absagen und eine Erinnerung am Vortag senken das Risiko.
Beim Hausbesuch kommt eine eigene Schwierigkeit dazu: Du bringst Ausrüstung mit, brauchst Wasser und Platz und arbeitest in der Umgebung der Kundschaft. Kläre vorab, was vor Ort vorhanden sein muss, und kalkuliere Auf- und Abbau in die Zeit ein.
Ein weiterer Fehler ist, Behandlungen zu versprechen, die nicht gelingen können, zum Beispiel eine starke Aufhellung in einer Sitzung. Besprich Erwartungen vorab, im Zweifel mit einem Testfeld. Und achte auf Allergien: Bei Färbemitteln ist ein Test vor der Behandlung üblich.
Wie ein Websta-Profil dazu passt
Auf Websta bekommst du eine Profilseite, die wie eine kleine Webseite aussieht, mit Leistungen, Preisen, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Du kannst Schnitt, Farbe und Pflege einzeln mit Dauer und Preis eintragen, und Kundschaft kann einen Termin buchen, ohne dass du am Telefon erreichbar sein musst, während du mit Haaren beschäftigt bist.
Im Marktplatz suchen Leute nach Leistung und Ort, und sie können eine Aufgabe einstellen, auf die du ein Angebot machst. Kartenzahlungen laufen über Stripe auf dein eigenes Bankkonto, die Preise legst du selbst fest. Das Profil ersetzt keine Stammkundschaft, aber es macht aus Bildern deiner Arbeit eine Seite, die man teilen und finden kann.
Häufig gestellte Fragen
- Kann ich in Genf als Coiffeur selbständig Hausbesuche anbieten?
- Grundsätzlich ja. Klär vorher die Anmeldung als Selbständiger, die Versicherung und mögliche Anforderungen an Hygiene und Gewerbe bei den kantonalen Behörden.
- Was ist der Unterschied zwischen Stuhlmiete und Anstellung?
- Bei Stuhlmiete arbeitest du auf eigene Rechnung und trägst das Risiko, bei Anstellung gibt es Weisungen und Lohn. Die Abgrenzung entscheidet über die Sozialversicherung. Frage bei der Ausgleichskasse nach.
- Wie viel soll ich für einen Haarschnitt verlangen?
- Eine feste Zahl gibt es nicht. Rechne Zeit, Produkte, Raum und Versicherung und vergleiche mit Salons im Quartier.
- Wie finde ich Kundschaft in Genf?
- Über Empfehlungen, soziale Medien und die Suche im Netz. Ein Profil mit Fotos, Leistungen und Preisen auf Websta macht dich auffindbar, und eine Beschreibung auf Französisch erreicht mehr Leute.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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