Aktualisiert 22. Oktober 2026
Zuerst klären: Meisterpflicht und Handwerksrolle
Das Friseurhandwerk gehört in Deutschland zu den zulassungspflichtigen Handwerken. Wer selbstständig einen Friseurbetrieb führen will, muss in der Regel in die Handwerksrolle eingetragen sein, wofür meist ein Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation nötig ist. Das gilt auch für mobile Friseurarbeit bei Kunden zu Hause. Als Geselle im Angestelltenverhältnis arbeiten Sie dagegen ohne Eintragung.
Die richtige Stelle für Ihre Fragen ist die Handwerkskammer für München und Oberbayern. Dort erfahren Sie, welche Wege es gibt: eigener Betrieb mit Meisterbrief, Beschäftigung mit einem Betriebsleiter oder andere Modelle. Prüfen Sie auch, ob eine Stuhlmiete in einem bestehenden Salon für Sie in Frage kommt und wie sie rechtlich eingeordnet wird, denn hier gibt es immer wieder Streit um Scheinselbstständigkeit.
Woher zahlende Kundschaft in München kommt
Kundschaft kommt in einer großen Stadt vor allem aus der Nähe und aus Empfehlungen. In Vierteln wie Schwabing, Haidhausen, Giesing, Neuhausen oder Laim wünschen sich Menschen einen Salon in Gehentfernung.
- Stammkundschaft aus früheren Arbeitsstellen, soweit vertraglich erlaubt und fair gegenüber dem Arbeitgeber.
- Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis, vor allem nach einem gelungenen Schnitt oder einer Färbung.
- Anlässe wie Hochzeiten, Abschlussfeiern und Fotoshootings, zu denen Frisuren gebucht werden.
- Online-Suche nach Leistung und Stadtteil.
- Aufgaben, die Privatleute auf einem Marktplatz einstellen und auf die Anbieter Angebote abgeben.
Den ersten Preis setzen
München gehört zu den Städten mit hohen Mieten, und das spiegelt sich in den Kosten eines Salons. Kundinnen und Kunden vergleichen aber, und ein Preis, der nicht zur Ausstattung und zum Auftreten passt, schreckt ab. Rechnen Sie von Ihren Kosten aus: Miete oder Stuhlmiete, Produkte, Wäsche, Strom, Versicherung, Steuern und leere Zeiten zwischen Terminen. Eine konkrete Zahl nenne ich nicht, weil sie von Ihrer Ausstattung und Ihrem Standort abhängt.
Erstellen Sie eine klare Preisliste nach Leistung und Haarlänge und sagen Sie, was bei Färbungen zusätzlich berechnet wird. Nichts irritiert mehr als ein unerwartet hoher Betrag an der Kasse.
Wie die ersten zehn Kunden aussehen
Zu Beginn sind es meist Menschen, die Sie bereits kennen, und deren Freunde. Das gibt Ihnen Zeit, Abläufe zu festigen, Termine realistisch zu planen und Fotos zu sammeln. Wichtig ist, dass jede Kundin und jeder Kunde mit einem guten Gefühl geht und wiederkommt.
Fragen Sie am Ende, wann der nächste Termin sinnvoll wäre, und bieten Sie ihn gleich an. Wer wiederkommt, erzählt anderen davon. Aus dieser Kette entsteht Stammkundschaft, und sie trägt mehr als jede Anzeige.
Pflegen Sie Ihre Kontakte auch zwischen den Terminen. Eine kurze Erinnerung, wenn der letzte Schnitt einige Wochen zurückliegt, ist für viele Kunden eine willkommene Hilfe und kostet Sie nur wenig Zeit. Sprechen Sie mit der Kundschaft ehrlich darüber, welche Frisur zu Haar und Alltag passt, statt nur Wünsche umzusetzen.
Geld annehmen als Selbstständiger in Deutschland
Wer regelmäßig gegen Bezahlung arbeitet, meldet in der Regel ein Gewerbe an, bei zulassungspflichtigen Handwerken zusätzlich mit Eintragung in die Handwerksrolle. Danach schickt das Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, in dem es um Ihre Tätigkeit, erwartete Einnahmen und die Umsatzsteuer geht. Ob die Kleinunternehmerregelung passt, klären Finanzamt oder Steuerberatung. Rechnungen brauchen Pflichtangaben, Einnahmen gehören in die Steuererklärung.
Für Barzahlungen gelten besondere Aufzeichnungspflichten, über die Sie sich beim Finanzamt oder bei einer Steuerberatung informieren sollten. Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist bei Färbungen und chemischen Behandlungen sinnvoll. Fragen Sie auch bei den zuständigen Stellen zu Sozialversicherung und Berufsgenossenschaft nach.
Was in den ersten Monaten schiefgeht
Ein häufiger Fehler ist, Termine zu eng zu planen. Färben, Schneiden und Föhnen dauern länger, als es von außen scheint, und eine Verspätung ärgert die nächste Kundin. Ein zweiter Fehler ist, ohne Eintragung oder Anstellung selbstständig zu arbeiten und das zu verschweigen. Das kann zu Bußgeldern führen und die Kundschaft verunsichern.
Auch Hygiene und Produktwahl sind Themen. Allergien auf Haarfarbe kommen vor. Machen Sie bei Färbungen einen Hinweis auf mögliche Reaktionen und dokumentieren Sie Absprachen.
Wie ein Websta-Profil dazu passt
Mit Websta bekommen Sie eine Profilseite, die wie eine kleine Website aussieht: mit Leistungen, Preisen, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Den Link können Sie jedem schicken, der fragt, und das Profil kann über die Suche gefunden werden. Kunden zahlen per Karte, das Geld wird über Stripe auf Ihr eigenes Bankkonto ausgezahlt, und die Preise legen Sie selbst fest.
Dazu gibt es einen Marktplatz, auf dem Menschen in der Nähe nach Leistung und Ort suchen oder eine Aufgabe einstellen, auf die Anbieter Angebote abgeben. Für Friseurleistungen finden Sie ihn unter /marketplace/hair. Das Profil garantiert keine Anfragen, aber Online-Buchung und Preisliste nehmen Ihnen viele Rückfragen ab.
Häufig gestellte Fragen
- Darf ich ohne Meisterbrief selbstständig frisieren?
- Das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig. Meist ist ein Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation für die Eintragung in die Handwerksrolle nötig. Fragen Sie bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern nach.
- Gilt das auch für mobile Friseure?
- Ja, die Regeln hängen an der Tätigkeit, nicht am Ort. Lassen Sie sich bei der Handwerkskammer beraten.
- Wie nenne ich meine Preise?
- Mit einer Preisliste nach Leistung und Haarlänge, mit klaren Hinweisen auf Zuschläge bei Färbungen. Rechnen Sie Ihre Kosten und leeren Zeiten ein.
- Wie finde ich die ersten Kunden?
- Meist über Bekannte, Empfehlungen und die Online-Suche. Online-Buchung und Fotos Ihrer Arbeit helfen bei der Entscheidung.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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