Aktualisiert 22. Oktober 2026
Zuerst klären, was du anbieten darfst
Viele Gesundheitsberufe sind kantonal geregelt. Ob du eine Bewilligung zur Berufsausübung brauchst, welche Ausbildung verlangt wird und was du bewerben darfst, hängt vom Beruf und vom Kanton ab. Biel/Bienne liegt im Kanton Bern, also ist die zuständige Stelle dort. Frag bei der kantonalen Gesundheitsbehörde nach, bevor du Termine anbietest oder Werbung machst.
Das gilt auch für Begriffe, die du verwendest. Wer sich Arzt, Therapeut oder Heilpraktiker nennt, erweckt Erwartungen, die geprüft werden können. Beschreibe lieber ehrlich, was du tust, in einfachen Worten.
Woher Kundschaft in Biel/Bienne kommt
Menschen, die eine Gesundheitsleistung suchen, vertrauen oft auf Empfehlungen: Ärztinnen, Physiotherapeuten, Freunde und Familie. In Biel/Bienne gibt es ein Spital, Arztpraxen, Apotheken und Sportvereine, in deren Umfeld man sich kennt. Dazu kommt die Suche im Internet nach Leistung und Ort, besonders wenn jemand neu in der Stadt ist.
Die Stadt ist zweisprachig. Wer Beratung auf Deutsch und Französisch anbietet, erreicht mehr Menschen. Zeige das auf deiner Seite sichtbar.
- Empfehlungen von Ärztinnen, Therapeuten und Apotheken, soweit das zulässig ist
- Empfehlungen von früheren Klienten
- Online-Suche nach Leistung und Ort
- Zusammenarbeit mit Sportvereinen und Fitnessstudios
- Vorträge oder Workshops, die dein Fachgebiet erklären
Den ersten Preis festlegen
Rechne mit allem, was zur Praxis gehört: Raummiete, Material, Versicherung, Weiterbildung, Administration. Schau, was vergleichbare Angebote in der Region verlangen, und beschreibe klar, was eine Sitzung enthält und wie lange sie dauert. Ob Krankenkassen Leistungen übernehmen, hängt von Anerkennung und Qualifikation ab, das klärst du vorab mit deinem Berufsverband.
Sprich offen über Preise und Absageregeln, bevor die erste Sitzung stattfindet. Gerade im Gesundheitsbereich schätzen Menschen Klarheit und fühlen sich unwohl, wenn Geld erst nach der Behandlung zur Sprache kommt.
Wenn du neben einer Anstellung beginnst, starte mit wenigen Terminen pro Woche und beobachte, wie viel Zeit Vorbereitung, Dokumentation und Rechnungen wirklich brauchen. Viele rechnen nur die Sitzung und wundern sich später über die Stunden dahinter.
Wie die ersten zehn Klienten aussehen
Am Anfang kommen meist Menschen aus dem Bekanntenkreis oder solche, die über ein Gespräch mit anderen von dir gehört haben. Manche kommen einmal, andere regelmässig. Vertrauen wächst langsam, und die Zahl der Klienten wächst in den ersten Monaten selten schnell.
Dokumentiere sorgfältig, was besprochen wurde. Daten über Gesundheit sind besonders sensibel, und der Umgang damit unterliegt dem Datenschutz. Frag bei Berufsverband oder Datenschutzstelle nach, wie du Notizen sicher aufbewahrst.
Rechne ausserdem damit, dass sich Vertrauen nicht beschleunigen lässt. Viele Menschen gehen erst dann zu einer neuen Fachperson, wenn mehrere andere sie genannt haben oder wenn sie die Seite gesehen und ein klares Bild vom Vorgehen bekommen haben. Erkläre deshalb den Ablauf einer ersten Sitzung, die Dauer und was Klienten mitbringen sollen. Das nimmt Unsicherheit und spart dir Rückfragen.
Selbständig arbeiten: was zu klären ist
Wer in der Schweiz selbständig arbeitet, meldet sich in der Regel bei einer Ausgleichskasse für die AHV an. Das Einkommen gehört in die Steuererklärung, die Steuerverwaltung des Kantons Bern gibt Auskunft. Zur Mehrwertsteuer fragst du die Eidgenössische Steuerverwaltung; für bestimmte Heilbehandlungen kann es Sonderregeln geben, die du dort erfragst.
Die Berufshaftpflicht ist im Gesundheitsbereich besonders wichtig. Sprich mit einer Versicherung über Deckung und Ausschlüsse. Wenn du angestellt bist und nebenher praktizierst, lies deinen Arbeitsvertrag zu Nebentätigkeiten.
Was in den ersten Monaten oft schiefgeht
Ein häufiger Fehler sind zu grosse Versprechen in der Werbung. Aussagen über Heilung oder Wirkung brauchen Belege und können rechtlich heikel sein. Bleib bei dem, was du tust, und überlasse die Bewertung deinen Klienten.
Dazu kommen Leerlauf zwischen Terminen, späte oder fehlende Absagen und Rechnungen, die zu spät gestellt werden. Führe ein Terminbuch, schreibe Rechnungen kurz nach der Sitzung und halte Geschäfts- und Privatkonto getrennt.
Wie eine Websta-Seite dazu passt
Mit Websta bekommst du eine Profilseite, die wie eine kleine Webseite aussieht, mit Leistungen, Preisen, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Interessierte sehen vorab, was du anbietest, was es kostet und wie sie dich erreichen. Die Seite kann über die Suche gefunden werden. Kartenzahlungen laufen über Stripe auf dein eigenes Bankkonto, die Preise bestimmst du.
Auf dem Marktplatz suchen Menschen in der Nähe nach Leistung und Ort oder stellen eine Aufgabe ein, auf die Anbieter Angebote machen. Beschreibe auf der Seite nur, was du rechtlich anbieten darfst.
Häufig gestellte Fragen
- Brauche ich eine Bewilligung, um in Biel/Bienne eine Praxis zu eröffnen?
- Das hängt vom Beruf ab. Frag bei der kantonalen Gesundheitsbehörde des Kantons Bern nach, bevor du Termine anbietest.
- Übernimmt die Krankenkasse meine Leistungen?
- Das hängt von Anerkennung und Qualifikation ab. Kläre es mit deinem Berufsverband und dem Versicherer, bevor du es bewirbst.
- Darf ich in der Werbung Heilung versprechen?
- Nein, davon ist abzuraten. Beschreibe, was du tust, und vermeide Wirkungsversprechen, die du nicht belegen kannst.
- Wie melde ich mich als Selbständige an?
- In der Regel bei einer Ausgleichskasse für die AHV. Für Steuern ist die Steuerverwaltung des Kantons Bern zuständig.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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