Aktualisiert 22. Oktober 2026
Erlaubnis und Berufsrecht zuerst klären
Die Ausübung der Heilkunde ist in Deutschland geregelt. Ärztinnen und Ärzte brauchen die Approbation, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und ähnliche Berufe eine staatliche Erlaubnis zur Berufsbezeichnung. Wer ohne Arzt zu sein Heilkunde ausüben will, braucht nach dem Heilpraktikergesetz eine Erlaubnis, die nach einer Überprüfung erteilt wird. In München ist dafür das Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt die richtige Anlaufstelle.
Prüfen Sie, welche Erlaubnis zu Ihrer Ausbildung und Ihrem Angebot passt, bevor Sie Termine vergeben oder Geld annehmen. Die Bezeichnung, die Sie verwenden, muss zu Ihrer Qualifikation passen. Bei Berufen mit Kammer oder Verband lohnt auch ein Blick auf deren Berufsordnung. Für Fragen zum gewerblichen Teil Ihrer Tätigkeit ist zusätzlich die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern ein Ansprechpartner.
Woher zahlende Patienten in München kommen
Patienten wählen Gesundheitsanbieter fast immer über Vertrauen. Das gilt in München wie anderswo, auch wenn die Stadt viele Praxen hat.
- Empfehlungen von Patientinnen und Patienten, die gute Erfahrungen gemacht haben.
- Überweisungen und Empfehlungen anderer Fachleute, wenn Sie klar sagen, was Sie anbieten und was nicht.
- Menschen aus der Nachbarschaft, die einen Termin in der Nähe suchen, etwa in Schwabing, Haidhausen, Sendling oder Pasing.
- Online-Suche nach Leistung und Stadtteil.
- Aufgaben, die Privatleute auf einem Marktplatz einstellen und auf die Anbieter Angebote abgeben.
Über Honorar sprechen
Wer Leistungen privat abrechnet, setzt sein Honorar je nach Berufsgruppe nach unterschiedlichen Regeln. Für Heilpraktiker gibt es ein Gebührenverzeichnis als Orientierung, für Ärzte eine verbindliche Gebührenordnung. Welche Regeln für Sie gelten, klären Berufsverband oder zuständige Stelle. Eine konkrete Zahl nenne ich nicht.
Sagen Sie Patienten vor der ersten Behandlung, was ein Termin kostet und dass gesetzliche Krankenkassen bestimmte Leistungen nicht bezahlen. Wer das früh und freundlich sagt, vermeidet Streit. Halten Sie Honorar, Dauer und Absageregeln schriftlich fest.
Wie die ersten zehn Patienten aussehen
Am Anfang sind es meist Menschen aus dem Umfeld oder Empfehlungen von Bekannten. Das gibt Ihnen Zeit, Abläufe zu festigen: Anamnese, Dokumentation, Aufklärung, Abrechnung. Gerade die Dokumentation ist Pflicht und sollte von Anfang an sauber sein.
Seien Sie ehrlich, wo Ihre Grenzen liegen. Wer bei ernsten Beschwerden zum Arzt rät, verliert keinen Patienten, sondern gewinnt Vertrauen. Behandeln Sie nichts, was Sie nicht behandeln dürfen oder können.
Planen Sie für die ersten Termine mehr Zeit ein, als Sie später brauchen werden. Erstgespräche mit Anamnese und Aufklärung dauern länger, und Eile erzeugt Fehler. Klären Sie außerdem, wie Sie mit Patienten umgehen, die bessere ärztliche Abklärung brauchen, und halten Sie Ihre Hinweise in der Dokumentation fest.
Werbung und Anmeldung
Im Gesundheitsbereich ist Werbung stark eingeschränkt. Das Heilmittelwerbegesetz verbietet irreführende Versprechen, etwa Heilung zu garantieren oder Erfolge zu behaupten, die sich nicht belegen lassen. Schreiben Sie sachlich, was Sie tun, welche Ausbildung Sie haben und wie ein Termin abläuft. Versprechen Sie keine Ergebnisse.
Zur Anmeldung gehören je nach Beruf Meldungen beim Gesundheitsamt, beim Finanzamt und gegebenenfalls bei einer Kammer. Danach schickt das Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, in dem es um Ihre Tätigkeit, erwartete Einnahmen und die Umsatzsteuer geht. Ob die Kleinunternehmerregelung passt, klären Finanzamt oder Steuerberatung. Heilbehandlungen können unter Umständen von der Umsatzsteuer befreit sein, das sollten Sie ebenfalls dort erfragen.
Was in den ersten Monaten schiefgeht
Häufig wird der Aufwand neben der Behandlung unterschätzt: Dokumentation, Datenschutz, Hygiene, Abrechnung, Versicherung. Patientendaten sind besonders sensibel und müssen sicher aufbewahrt werden. Eine Berufshaftpflichtversicherung ist in diesem Bereich unverzichtbar.
Ein zweites Problem ist die Werbung. Aussagen, die in anderen Branchen harmlos sind, können hier abgemahnt werden. Lassen Sie Texte vor der Veröffentlichung kritisch prüfen. Und wenn Sie neben einem Job arbeiten, lesen Sie den Arbeitsvertrag zur Nebentätigkeit.
Wie ein Websta-Profil dazu passt
Mit Websta bekommen Sie eine Profilseite, die wie eine kleine Website aussieht: mit Leistungen, Preisen, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Den Link können Sie jedem schicken, der fragt, und das Profil kann über die Suche gefunden werden. Kunden zahlen per Karte, das Geld wird über Stripe auf Ihr eigenes Bankkonto ausgezahlt, und die Preise legen Sie selbst fest. Achten Sie darauf, dass Texte und Preisangaben zum Berufsrecht und zur Werbung passen.
Dazu gibt es einen Marktplatz, auf dem Menschen in der Nähe nach Leistung und Ort suchen oder eine Aufgabe einstellen, auf die Anbieter Angebote abgeben. Für Gesundheitsangebote finden Sie ihn unter /marketplace/health. Das Profil garantiert keine Anfragen, es zeigt aber sachlich, was Sie anbieten und wie man einen Termin bucht.
Häufig gestellte Fragen
- Brauche ich eine Erlaubnis für meine Tätigkeit?
- Das hängt vom Beruf ab. Heilkunde ist erlaubnispflichtig. In München ist das Referat für Gesundheit und Umwelt eine erste Anlaufstelle.
- Was darf ich in der Werbung schreiben?
- Sachliche Angaben zu Ausbildung und Ablauf. Heilversprechen und nicht belegbare Erfolgsaussagen sind nach dem Heilmittelwerbegesetz problematisch.
- Zahlt die Krankenkasse meine Leistungen?
- Nicht automatisch. Sagen Sie Patienten vorab, was ein Termin kostet und ob eine Kostenübernahme möglich ist.
- Brauche ich eine Versicherung?
- Eine Berufshaftpflichtversicherung ist in Gesundheitsberufen sehr zu empfehlen. Lassen Sie sich zu Umfang und Ausschlüssen beraten.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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