Aktualisiert 23. Oktober 2026
Was Innenarchitektur leistet und was nicht
Innenarchitektinnen und Innenarchitekten planen Räume: Grundrisse, Materialien, Licht, Möbel und Details. Sie koordinieren oft Handwerker und begleiten den Umbau. Einrichtungsberater und Home-Stager arbeiten eher an Möbeln, Farben und Stimmung, ohne in die Bausubstanz einzugreifen. Beides kann sinnvoll sein, aber der Aufwand und die Kosten unterscheiden sich stark.
Überlegen Sie vorab, ob Sie Wände versetzen, Leitungen verlegen oder Böden ersetzen wollen. Dann ist eine planende Fachperson mit Bauerfahrung nötig. Wenn Sie nur neu möblieren oder Farbkonzepte suchen, genügt eine Beratung. Wer das früh klärt, erhält präzisere Offerten.
Hilfreich ist auch eine Sammlung von Bildern, die Ihnen gefallen, zusammen mit einer Liste dessen, was Sie nicht mögen. Das spart im ersten Gespräch viel Zeit.
Ausbildung und Titel in der Schweiz
In der Schweiz gibt es Ausbildungen an Fachhochschulen und höheren Fachschulen im Bereich Innenarchitektur und Raumgestaltung, und es gibt Berufsverbände, in denen Fachleute Mitglied sein können. Die Bezeichnung Innenarchitekt ist jedoch nicht so geschützt, wie Sie vielleicht erwarten. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur den Titel zu prüfen, sondern Arbeitsproben, Ausbildung und Referenzen anzusehen.
Fragen Sie konkret, welche Projekte die Person selbst geplant und begleitet hat, nicht nur gestaltet. Ein gutes Portfolio zeigt Vorher-nachher-Bilder, Grundrisse und eine Beschreibung der Aufgabe. Und fragen Sie, mit welchen Handwerkern gearbeitet wird, falls Sie die Koordination abgeben möchten.
- Arbeitsproben zu ähnlichen Projekten verlangen
- Rolle klären: nur Entwurf oder auch Bauleitung?
- Mit welchen Handwerksbetrieben wird zusammengearbeitet?
Honorar und Vertrag
Für Planungsleistungen gibt es verschiedene Honorarmodelle: Abrechnung nach Aufwand, ein Pauschalhonorar für definierte Phasen oder ein Anteil an den Baukosten. Lassen Sie sich das Modell erklären und schriftlich bestätigen. Wichtig ist, dass die Leistungsphasen klar beschrieben sind, zum Beispiel Konzept, Detailplanung, Ausschreibung und Begleitung der Ausführung.
Im Planungsvertrag sollten stehen: Umfang, Termine, Honorar, Zahlungsplan und was passiert, wenn Sie das Projekt abbrechen. Beachten Sie, ob Mehrwertsteuer ausgewiesen ist. Üblich ist die Bezahlung gegen Rechnung mit QR-Einzahlungsschein, teils in Etappen nach Fortschritt. Eine Zahlung des vollen Honorars im Voraus ist unüblich.
Bewilligungen, Miete und Eigentum
Bei Umbauten stellt sich die Frage der Bewilligung. Eingriffe in tragende Wände, die Fassade oder die Nutzung brauchen unter Umständen eine Baubewilligung der Gemeinde. Bei Gebäuden mit Denkmalschutz kann die Fachstelle mitreden. Als Mieterin oder Mieter brauchen Sie für bauliche Änderungen die schriftliche Zustimmung der Vermieterschaft.
In Stockwerkeigentum gelten Reglemente, die Eingriffe an gemeinsamen Teilen oder die Lärmzeiten regeln. Eine erfahrene Fachperson kennt diese Fragen, aber die Verantwortung für die Abklärung bleibt bei den Eigentümern. Fragen Sie vorab, wer sich darum kümmert.
Ablauf, Zeitplan und Saison
Ein Innenausbau läuft in Phasen: Bestandsaufnahme, Konzept, Planung, Ausschreibung und Offerten der Handwerker, Ausführung, Abnahme. Rechnen Sie damit, dass die Planung ihre Zeit braucht, bevor die erste Arbeit auf der Baustelle beginnt. Hochwertige Möbel und Küchen haben zudem oft längere Lieferfristen, die Sie im Zeitplan berücksichtigen sollten.
Fragen Sie, wie Änderungen im Verlauf behandelt werden und wie Sie über den Stand informiert werden. Ein regelmässiger Austausch, etwa ein kurzer Bericht oder eine Besprechung, verhindert Missverständnisse. Besonders vor Ferienzeiten sind Handwerker gefragt, und Termine sollten früh reserviert werden.
Viele Projekte werden teurer, weil Wünsche im Verlauf wachsen. Legen Sie deshalb am Anfang ein Budget fest und sprechen Sie offen darüber, wo Sie sparen können, zum Beispiel durch Eigenleistungen beim Streichen oder durch den Verzicht auf Massanfertigungen an Stellen, die kaum auffallen. Eine gute Fachperson schlägt Alternativen vor, statt einfach die teuerste Lösung zu planen. Halten Sie Änderungswünsche schriftlich fest, damit klar bleibt, was sie für Honorar und Zeitplan bedeuten.
Stadtwohnung, Altbau und Sprache
In einer Stadt wie Zürich sind Wohnungen oft Altbauten mit besonderen Anforderungen: ungerade Wände, niedrigere Decken, Leitungen im Mauerwerk. Dort ist Erfahrung mit Bestandsbauten wertvoll. In Neubauwohnungen sind Grundrisse oft strenger vorgegeben, dafür sind Spielräume bei Oberflächen und Möblierung gross.
Planunterlagen und Verträge sind in der Regel auf Deutsch. Wenn Sie lieber Englisch sprechen, klären Sie vorab, ob der Anbieter auch Pläne und Offerten in dieser Sprache liefert.
Websta zum Sichten nutzen
Auf Websta stellt ein Anbieter Leistungen, Preise nach eigener Festlegung und Fotos auf einer Profilseite vor und bietet Kontaktformular und Online-Buchung. Die Kategorie finden Sie unter /marketplace/interior. Bei Gestaltung zählen Bilder besonders: Schauen Sie, ob der Stil zu Ihnen passt und ob Projekte in Ihrer Grössenordnung gezeigt werden.
Sie können auch eine Aufgabe einstellen und beschreiben, was Sie vorhaben. Anbieter antworten mit Angeboten, die Sie in Ruhe vergleichen. Kartenzahlungen laufen über Stripe an den Anbieter. Websta verspricht keine Aufträge und keine Ergebnisse, und ersetzt nicht das Gespräch vor Ort.
Häufig gestellte Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Innenarchitekt und Einrichtungsberater?
- Innenarchitekten planen Räume inklusive baulicher Veränderungen, Einrichtungsberater beraten zu Möbeln, Farben und Gestaltung. Klären Sie, welche Leistung Sie wirklich brauchen.
- Wie wird ein Innenarchitekt bezahlt?
- Üblich sind Abrechnung nach Aufwand, Pauschalen für Phasen oder ein Anteil an den Baukosten. Lassen Sie das Modell schriftlich festhalten.
- Brauche ich für den Umbau meiner Wohnung eine Bewilligung?
- Bei Eingriffen in Tragwerk, Fassade oder Nutzung unter Umständen ja. Fragen Sie vorab bei der Gemeinde nach, und als Mieter bei der Vermieterschaft.
- Kann ich auf Websta ein Projekt ausschreiben?
- Ja, Sie können eine Aufgabe mit Beschreibung und Ort einstellen und Angebote vergleichen.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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