Gesundheitsberufe in Wien: Selbstständig Geld verdienen, aber wie?

Gesundheit ist ein Bereich, in dem Menschen bereit sind zu zahlen, aber auch einer der am stärksten geregelten. In Österreich sind viele Tätigkeiten bestimmten Berufen vorbehalten, und die Grenze zwischen erlaubter Beratung und geschützter Behandlung ist nicht immer offensichtlich. Dieser Artikel richtet sich an Menschen in Wien, die im Gesundheitsumfeld etwas können und daraus ein Einkommen aufbauen wollen. Er erklärt, woher Kundschaft kommt, wie Preise entstehen und was du vorab klären musst. Zusagen über Einnahmen gibt es nicht.

Aktualisiert 22. Oktober 2026

Zuerst klären: Was darfst du anbieten

Bevor es um Kundschaft und Preise geht, steht eine Frage, die du nicht überspringen solltest. In Österreich ist die heilkundliche Behandlung von Krankheiten Ärztinnen und Ärzten sowie bestimmten Gesundheitsberufen vorbehalten. Nicht jede Tätigkeit rund um Gesundheit ist eine Behandlung, aber wer Diagnosen stellt oder Heilung verspricht, bewegt sich schnell im geschützten Bereich.

Was du als nicht geschützte Leistung anbieten kannst, etwa Bewegungskurse, Ernährungsberatung im Rahmen des Gewerbes, Entspannungstechniken oder Coaching, hängt von der Ausbildung und der Gewerbeberechtigung ab. Frag vor dem Start bei der Gewerbebehörde, in Wien beim Magistratischen Bezirksamt, und beim Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien nach. Je nach Beruf sind auch Berufsvertretungen wie die Ärztekammer oder Fachverbände Anlaufstellen.

Woher zahlende Kundschaft in Wien kommt

Wie bei allen Leistungen am Körper oder an der Gesundheit zählt Vertrauen. Menschen kommen über Empfehlungen von Bekannten, von anderen Fachleuten, die ihr Angebot ergänzen, oder über die Online-Suche nach einem konkreten Anliegen im eigenen Bezirk. Zusammenarbeit mit Physiotherapeutinnen, Sportvereinen, Yogastudios oder Hausärzten kann sinnvoll sein, wenn sie fachlich passt und klar abgegrenzt ist.

Auch Arbeitsplätze, Schulen und Vereine sind Orte, an denen Gesundheitsthemen besprochen werden. Wien hat viele Bezirke mit hoher Dichte an Praxen, etwa Josefstadt, Währing oder die Innere Stadt, und andere, in denen weniger Auswahl besteht, etwa in Randbezirken wie Floridsdorf oder Donaustadt. Ob eine Lücke vorhanden ist, prüfst du am besten selbst: Suche online nach deinem Angebot und deinem Bezirk.

Den ersten Preis setzen

Ein Preis muss deine Zeit, deine Ausbildung, Raumkosten, Verbrauchsmaterial und Versicherung tragen. Rechne pro Termin vollständig, einschließlich Dokumentation und Vorbereitung. Vergleiche mit ähnlichen Angeboten in deinem Bezirk, aber nicht mit Kassenleistungen, denn diese sind anders finanziert.

Sprich offen über Geld: Preis, Dauer, Absageregel und Zahlungsweise. Vermeide Pauschalversprechen. Wenn Menschen für Gesundheit bezahlen, sollen sie verstehen, was sie bekommen, und was nicht.

Wie die ersten zehn Kunden aussehen

Die ersten Kunden sind oft Menschen, die dich fachlich kennen oder dir über Dritte empfohlen wurden. Sie fragen nach Qualifikation und Ablauf, manchmal auch nach Datenschutz, weil gesundheitliche Informationen sensibel sind. Gehe damit sorgfältig um und frage, ob du Notizen machen darfst und wie sie gespeichert werden.

Rechne damit, dass nicht jeder wiederkommt und dass manche Anliegen nicht in dein Angebot passen. Dann ist eine ehrliche Weiterverweisung besser als ein halbes Versprechen. Das stärkt langfristig deinen Ruf.

  • Empfehlungen über Bekannte und Fachleute.
  • Rückfragen zu Qualifikation, Ablauf und Datenschutz.
  • Weiterverweisung, wenn ein Anliegen außerhalb deines Angebots liegt.

Selbstständig arbeiten in Österreich

Neben der Frage der Berechtigung gelten die üblichen Schritte: Anmeldung bei der Gewerbebehörde, falls es sich um ein Gewerbe handelt, Pflichtversicherung bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) und Klärung der Steuern beim Finanzamt, einschließlich Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung. Bei freiberuflichen Tätigkeiten gelten teils andere Wege, die du bei der zuständigen Berufsvertretung erfragst.

Wenn du angestellt bist, sieh dir den Arbeitsvertrag an, bevor du nebenbei arbeitest. Frage zudem nach Haftpflichtversicherung, Datenschutz und Hygienevorgaben. Das sind keine Formalitäten, sondern Schutz für dich und deine Kunden.

Was in den ersten Monaten oft schiefgeht

Die häufigsten Fehler sind unklare Abgrenzung des Angebots, Heilversprechen in Texten und Social-Media-Beiträgen und zu niedrige Preise. Auch zu viele Leistungen auf einmal führen zu Verwirrung. Beschreibe wenige Leistungen genau und verständlich.

Ein weiterer Punkt ist Zeitplanung. Wer nebenbei arbeitet, braucht feste Termine und eine klare Absageregel, sonst kommt Gesundheitsarbeit mit dem Hauptjob in Konflikt. Und dokumentiere sauber, was du tust, schon wegen deiner eigenen Absicherung.

Wo ein Websta-Profil hilft

Mit Websta bekommst du eine Profilseite, die wie eine kleine Website funktioniert: Leistungen, Preise, Fotos, ein Kontaktformular und Online-Buchung. Du schickst den Link an Interessierte und musst Preise und Abläufe nicht mehr einzeln erklären. Wer in der Nähe nach einer Leistung sucht, findet Anbieter im Marktplatz unter websta.ai/marketplace/health, und dort lassen sich auch Aufgaben einstellen, auf die Anbieter Angebote machen.

Kartenzahlungen werden über Stripe auf dein eigenes Bankkonto ausgezahlt, die Preise legst du selbst fest. Achte auf deiner Seite auf sachliche Beschreibungen ohne Heilversprechen. Wie viele Anfragen kommen, hängt von deinem Angebot ab und lässt sich nicht vorhersagen.

Realistisch einordnen

Im Gesundheitsbereich wächst ein Einkommen langsam, weil Vertrauen und Qualifikation zählen und weil die rechtlichen Grenzen enger sind als anderswo. Plane die ersten Monate als Phase ein, in der du dein Angebot schärfst, deine Kosten genau kennst und herausfindest, welche Leistung in deinem Bezirk wirklich gefragt ist. Erst danach lohnt es sich zu entscheiden, wie viel Zeit und Geld du einsetzt. Wer sauber arbeitet, ehrlich beschreibt und lieber zu wenig verspricht als zu viel, hat langfristig die besseren Chancen als jemand, der schnell wachsen will.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich in Österreich ohne Arztberuf Gesundheitsleistungen anbieten?
Nicht alles. Heilkundliche Behandlungen sind bestimmten Berufen vorbehalten. Welche Leistungen du anbieten darfst, klärst du mit der Gewerbebehörde, dem Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien oder deiner Berufsvertretung.
Wie finde ich Kundschaft für ein Gesundheitsangebot in Wien?
Über Empfehlungen, Zusammenarbeit mit passenden Fachleuten und die Online-Suche im eigenen Bezirk.
Wie setze ich einen Preis für Gesundheitsleistungen?
Aus Zeit, Raumkosten, Material, Versicherung und Dokumentation. Vergleiche mit ähnlichen privaten Angeboten in deinem Bezirk.
Wie werden Online-Zahlungen ausgezahlt?
Kartenzahlungen über Websta gehen per Stripe auf dein eigenes Bankkonto.

Zu den Zahlen

Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.

Verwandte Leitfäden

Alle Leitfäden