Als Musikerin oder Musiker in Wien Geld verdienen: Ein Überblick

Wien gilt als Musikstadt, und das merkt man auch als Musikerin oder Musiker: Es gibt viele Konzerte, viel Konkurrenz und viele Menschen, die Musik gut finden, aber wenig dafür bezahlen wollen. Wer mit Musik Geld verdienen möchte, braucht meist mehr als einen Weg. Dieser Artikel zeigt, woher zahlende Aufträge kommen, wie du erste Preise findest, wie die ersten Aufträge aussehen und was in Österreich zu klären ist. Zahlen zu Einnahmen gibt es nicht, weil sie von Genre, Auftritten und Einsatz abhängen.

Aktualisiert 22. Oktober 2026

Woher bezahlte Aufträge kommen

Bezahlt wird Musik in Wien vor allem in vier Feldern: Auftritte bei Feiern, Hochzeiten und Firmenanlässen, Unterricht für Kinder und Erwachsene, Studio- und Aufnahmearbeit sowie Musik für Medien und Veranstaltungen. Dazu kommen Lokale, Bars und Veranstaltungsorte, die Musik buchen, wobei Gagen sehr unterschiedlich sind und manche Orte kaum zahlen.

Für Auftritte bei privaten Anlässen läuft das meiste über Empfehlung: Wer auf einer Hochzeit gespielt hat, wird von Gästen gefragt. Für Unterricht suchen Eltern und Erwachsene online nach Instrument plus Bezirk und achten auf Nähe. Bezirke wie Josefstadt, Neubau, Währing oder Floridsdorf haben viele Haushalte, die Unterricht in der Nähe wünschen. Musikschulen und Vereine sind weitere Anlaufstellen, teils als Zusammenarbeit, teils als Konkurrenz.

Erste Preise setzen

Bei Auftritten rechnest du nicht nur die Spielzeit, sondern Anfahrt, Aufbau, Proben, Equipment und Wartezeit. Eine Gage, die nur die Stunde auf der Bühne deckt, bleibt oft unter dem, was du tatsächlich einsetzt. Bei Unterricht ist es üblich, eine Einheit mit fester Dauer anzubieten und Pakete zu vereinbaren.

Sprich offen über Geld. Nenne Preis, Dauer, Stornoregel und, bei Auftritten, was inbegriffen ist. Bei Unterricht ist klar zu regeln, was bei Absagen oder Ferien gilt. Wenn du am Anfang günstiger bist, nenne den Preis als befristet, damit sich keine Erwartung festsetzt, die du später nicht halten kannst.

Wie die ersten Aufträge aussehen

Am Anfang sind es kleine Aufträge: eine Feier im Freundeskreis, ein einzelner Schüler, ein kurzer Auftritt. Sie liefern Aufnahmen, Fotos und Referenzen, die du später zeigen kannst. Bitte um die Erlaubnis, Videomaterial zu verwenden, und halte fest, wie lange die Vorbereitung gedauert hat.

Rechne damit, dass viele Anfragen nicht zu einem Auftrag werden, weil das Budget fehlt oder der Termin nicht passt. Das ist normal. Wer als Musiker Geld verdienen will, braucht oft mehrere kleine Einnahmequellen, die sich ergänzen, etwa Unterricht tagsüber und Auftritte am Wochenende.

  • Zuerst Auftritte und Anfragen aus dem eigenen Umfeld.
  • Unterricht entsteht oft über Empfehlung und lokale Suche.
  • Mehrere kleine Einnahmequellen ergänzen sich.

Was du in Österreich klären musst

Wie Musik steuerlich und rechtlich eingeordnet wird, hängt von der Tätigkeit ab. Manche Musiker arbeiten als Neue Selbständige, andere mit einem Gewerbe, etwa für bestimmte Unterhaltungsleistungen. Frag beim Finanzamt, bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) und beim Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien nach, welche Form für dich gilt. Für Künstlerinnen und Künstler gibt es zudem eigene Stellen, die du bei der SVS und der zuständigen Interessenvertretung erfragen kannst.

Wer fremde Musik öffentlich aufführt, sollte sich über Urheberrechte und die Verwertungsgesellschaft AKM informieren. Wer eigene Stücke spielt, klärt Rechte an eigenen Werken. Dazu gehören Umsatzsteuer, die Kleinunternehmerregelung und, bei Barzahlungen, Beleg- und Registrierkassenpflichten. Wenn du angestellt bist, schau in den Arbeitsvertrag, bevor du nebenbei Geld nimmst.

Was in den ersten Monaten oft schiefgeht

Häufig ist die Gage nicht schriftlich festgehalten. Ohne klare Absprache zu Betrag, Zahlungsfrist und Leistung entstehen Missverständnisse. Halte Bedingungen schriftlich fest, auch bei Bekannten.

Ein weiterer Fehler ist, Unterricht oder Auftritte unter Wert zu verkaufen und dadurch Erwartungen zu schaffen, die sich schwer korrigieren lassen. Ebenso verbreitet: Zeit für Organisation wird nicht eingerechnet. Terminverwaltung per Nachrichten, Rechnungen und Absagen kosten Stunden, die später bei der Musik fehlen.

Wo ein Websta-Profil hilft

Mit Websta bekommst du eine Profilseite, die wie eine kleine Website funktioniert: Leistungen wie Auftritt oder Unterricht, Preise, Fotos, ein Kontaktformular und Online-Buchung. Du schickst den Link an Veranstalterinnen, Eltern oder Interessierte, statt immer neu zu erklären, was du anbietest. Wer in der Nähe Musik sucht, findet Anbieter im Marktplatz unter websta.ai/marketplace/music, und dort lassen sich auch Aufgaben einstellen, auf die Anbieter Angebote machen.

Bei Kartenzahlung läuft das Geld über Stripe auf dein eigenes Bankkonto, die Preise bestimmst du selbst. Das ersetzt keine Auftritte und keine Empfehlung, aber es erleichtert Buchung und Bezahlung. Wie viele Anfragen kommen, lässt sich nicht sagen.

Realistisch einordnen

Musik als Einkommen ist in Wien möglich, aber selten ein gerader Weg. Plane den Anfang als Aufbauphase, rechne deine Kosten und Zeit pro Auftrag mit und lerne, welche Einnahmequelle wirklich trägt. Danach entscheidest du, wie viel Raum Musik in deinem Leben einnimmt.

Hilfreich ist es, die eigene Musik nicht nur als Kunst, sondern auch als Angebot zu beschreiben: Was bekommt ein Veranstalter, eine Schülerin oder ein Brautpaar von dir, wie lange dauert es, was kostet es? Wer das knapp und ehrlich formuliert, erleichtert anderen die Entscheidung. Und sprich mit anderen Musikerinnen und Musikern in der Stadt. Aufträge werden häufig weitergegeben, wenn jemand ausgebucht ist, und ein guter Ruf unter Kollegen zahlt sich auf diesem Weg oft aus.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich als Musiker in Österreich ein Gewerbe anmelden?
Das hängt von der Tätigkeit ab. Manche arbeiten als Neue Selbständige, andere mit Gewerbe. Finanzamt, SVS und Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien sagen dir, was für dich gilt.
Wie finde ich Schüler für Musikunterricht in Wien?
Über Empfehlungen und die lokale Online-Suche mit Instrument und Bezirk. Ein klares Angebot mit Dauer und Preis hilft.
Was ist die AKM?
Die AKM ist die österreichische Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte an Musik. Wer fremde Werke öffentlich aufführt, sollte sich dort informieren.
Wie erhalte ich Zahlungen online?
Kartenzahlungen über Websta werden per Stripe auf dein eigenes Bankkonto ausgezahlt.

Zu den Zahlen

Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.

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