Aktualisiert 22. Oktober 2026
Sprachen, Fachgebiete und Beglaubigung
Wer übersetzt, sollte genau sagen können, aus welcher in welche Sprache und für welche Texte: Verträge, Webseiten, Speisekarten, technische Anleitungen, Urkunden. Je klarer das Fachgebiet, desto eher bekommt man Aufträge, die Fachwissen verlangen und besser bezahlt werden.
Beglaubigte Übersetzungen für Behörden und Gerichte sind ein eigenes Thema. In Österreich werden sie von allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetschern erstellt, die in einer offiziellen Liste geführt werden. Wie man dorthin kommt, erfahren Sie über die Justiz und den Dolmetscherverband. Ohne diese Eintragung bieten Sie einfache Übersetzungen an und sollten das auch so benennen.
Woher Aufträge in Salzburg kommen
Der Tourismus ist ein wichtiger Auftraggeber: Hotels, Pensionen, Museen, Veranstalter und Gastronomiebetriebe in der Altstadt brauchen Texte für Gäste aus anderen Ländern. Dazu kommen Betriebe, die exportieren, Kanzleien, Ärzte, die Unterlagen für ausländische Patienten brauchen, und Menschen, die privat Zeugnisse, Urkunden oder Verträge übersetzen lassen.
An der Universität und am Mozarteum entstehen Aufträge für wissenschaftliche Texte, Abstracts und Korrekturlesen. Die meisten Kunden finden Sie über Empfehlungen, über die Online-Suche („Übersetzer Salzburg“ und die Sprache) und über direkte Anfragen an Betriebe, deren Webseite nur in einer Sprache vorliegt.
Den ersten Preis festlegen
Übersetzer rechnen meist nach Wörtern, Zeilen oder Seiten, bei Dolmetschen nach Stunden oder Tagen. Für den Anfang hilft eine Rechnung über Ihre tatsächliche Zeit: Wie viele Wörter schaffen Sie pro Stunde in Qualität, wie lange dauern Recherche und Korrekturlesen, und was brauchen Sie mindestens pro Arbeitsstunde.
Nennen Sie einen klaren Preis pro Auftrag und schreiben Sie dazu, was enthalten ist, etwa eine Korrekturschleife. Kleine Aufträge sind oft aufwendiger als gedacht, ein Mindestbetrag pro Auftrag ist deshalb üblich und verständlich. Wer in einer kleineren Stadt sehr niedrige Preise nennt, wird schwer wieder teurer.
Wie die ersten zehn Kunden aussehen
Meist sind es kleine Aufträge aus dem Bekanntenkreis: ein Lebenslauf, eine Speisekarte, eine Webseite, ein Brief an eine Behörde. Dazu kommen Studierende mit Abschlussarbeiten. Selten sind sofort regelmäßige Aufträge dabei.
Hilfreich ist, von Anfang an eine Textprobe in Ihren Sprachen zu zeigen und zu erklären, wie Sie arbeiten. Fragen Sie nach einem gelungenen Auftrag, ob der Kunde Sie weiterempfiehlt, und erwähnen Sie, dass Sie auch größere Projekte übernehmen.
Anmeldung, Steuer und Versicherung in Österreich
Ob für Ihre Tätigkeit ein Gewerbe anzumelden ist, hängt von der Art der Arbeit ab. Fragen Sie bei der Wirtschaftskammer Salzburg nach. Weitere Stellen:
- Wirtschaftskammer Salzburg: Auskunft zu Gewerbe oder freiem Beruf und zur Mitgliedschaft.
- Sozialversicherung der Selbständigen (SVS): Pflichtversicherung, auch neben einer Anstellung.
- Finanzamt: Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung.
- Dolmetscherverband und Justiz: Informationen zur gerichtlichen Zertifizierung, falls Sie beglaubigte Übersetzungen anbieten wollen.
- Vertraulichkeit: Bei Verträgen und Gesundheitsdaten sollten Sie klären, wie Sie Dokumente sicher speichern.
Was am Anfang oft schiefgeht
Häufig werden Texte angenommen, die fachlich zu schwierig sind, und die Arbeit dauert deutlich länger als kalkuliert. Auch fehlende Absprachen zu Terminen und Dateiformaten führen zu Streit. Ein weiteres Problem: Maschinelle Übersetzung drückt die Preise bei einfachen Texten, weshalb Qualität, Fachwissen und Zuverlässigkeit wichtiger werden als reine Geschwindigkeit.
Legen Sie außerdem Geld für Steuer und Sozialversicherung zurück und planen Sie feste Zeit für Kundensuche ein. Wer nur arbeitet, wenn ein Auftrag da ist, hat bald Lücken.
Ein Websta-Profil für Übersetzer
Mit einem Profil auf Websta haben Sie eine Seite, die wie eine kleine Webseite aussieht: Sprachen und Fachgebiete als Leistungen, Preise, Beispiele, Kontaktformular und Online-Buchung für Beratungsgespräche oder Dolmetschtermine. Den Link schicken Sie an jeden, der eine Übersetzung sucht. Menschen in der Nähe finden Anbieter auf dem Marktplatz nach Leistung und Ort und können eine Aufgabe einstellen, auf die Sie ein Angebot machen.
Kartenzahlungen werden über Stripe auf Ihr eigenes Bankkonto ausgezahlt, die Preise legen Sie fest. Das bringt keine Aufträge von selbst, aber es gibt Interessenten einen Ort, an dem sie Sprache, Preis und Kontakt auf einen Blick sehen. Die Rubrik finden Sie unter /marketplace/translation.
Realistische Erwartungen für die ersten Monate
Übersetzungsaufträge kommen unregelmäßig, und Kunden vergleichen oft mehrere Angebote, bevor sie sich entscheiden. Rechnen Sie nicht mit einem gleichmäßigen Monatsbetrag und halten Sie Rücklagen für ruhige Zeiten.
Wenn Sie nebenbei arbeiten, überlegen Sie, wie viele Seiten Sie neben dem Job zuverlässig schaffen, und nennen Sie realistische Fristen. Prüfen Sie nach einigen Monaten, welche Textarten und Sprachen gefragt sind, und richten Sie Ihr Angebot darauf aus. Ein klares Fachgebiet und pünktliche Lieferung sprechen sich in einer Stadt wie Salzburg schneller herum als ein breites Angebot.
Häufig gestellte Fragen
- Wie werde ich beeideter Dolmetscher in Österreich?
- Dafür gibt es ein Verfahren der Justiz mit Voraussetzungen und Eintragung in eine Liste. Nähere Auskunft gibt die Justiz oder der Dolmetscherverband.
- Wo finde ich als Übersetzer in Salzburg Kunden?
- Über Tourismusbetriebe, Kanzleien, Exportbetriebe, Studierende und Privatpersonen, meist durch Empfehlungen und Online-Suche. Wie schnell das geht, ist unterschiedlich.
- Wie viel kann ich pro Wort verlangen?
- Eine feste Zahl gibt es nicht. Rechnen Sie Ihre Zeit pro Auftrag und orientieren Sie sich an Angeboten in Ihrer Sprachkombination und Ihrem Fachgebiet.
- Muss ich als Übersetzer ein Gewerbe anmelden?
- Das hängt von Ihrer Tätigkeit ab. Die Wirtschaftskammer Salzburg gibt verbindlich Auskunft.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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