Aktualisiert 22. Oktober 2026
Woher Übersetzungsaufträge in St. Gallen kommen
Der Bedarf entsteht an mehreren Stellen. Firmen mit Kundschaft im Ausland brauchen Webseiten, Verträge, Anleitungen und Korrespondenz. Studierende und Forschende der Universität und der Fachhochschule brauchen Korrektur und Übersetzung von Arbeiten. Privatpersonen brauchen beglaubigte oder einfache Übersetzungen von Zeugnissen, Urkunden und Behördenschreiben, etwa bei Umzug oder Einbürgerung.
Wer in der Region eine zusätzliche Sprache beherrscht, die nicht jeder anbietet, hat einen Vorteil. Wer nur eine verbreitete Sprachkombination abdeckt, konkurriert mit vielen, auch mit grossen Agenturen und Online-Plattformen. Spezialisierung hilft hier mehr als in anderen Berufen.
- Kleine und mittlere Firmen mit Export oder ausländischer Kundschaft
- Studierende und Forschende, die Texte übersetzen oder prüfen lassen
- Privatpersonen mit Zeugnissen, Urkunden und amtlichen Dokumenten
- Kanzleien, Treuhänder und Agenturen, die Fachübersetzungen auslagern
- Ärzte und Praxen mit ausländischen Patientinnen und Patienten
Preise nennen und über Geld sprechen
Übersetzungen werden meist nach Umfang berechnet, etwa pro Wort, pro Zeile oder pro Seite, oder nach Zeit bei Korrektur und Lektorat. Nennen Sie die Berechnungsgrundlage ausdrücklich, damit der Kunde versteht, wie sich der Preis zusammensetzt. Für Fachtexte, Eilaufträge und beglaubigte Übersetzungen kann ein höherer Ansatz gelten.
Schauen Sie sich bei Berufsverbänden an, welche Tarife als Richtwert genannt werden, und rechnen Sie ehrlich, wie viele Wörter Sie pro Tag wirklich schaffen. Wer zu schnell rechnet, verdient am Ende weniger als erwartet. Fragen Sie vor der Offerte immer nach dem Text, dem Verwendungszweck und der Frist.
Wie die ersten zehn Kundinnen und Kunden aussehen
Die ersten Aufträge kommen oft aus dem direkten Umfeld: eine Bewerbung für einen Bekannten, ein Vertrag für ein kleines Unternehmen, eine Zusammenfassung für eine Studentin. Sie sind kurz und gut bezahlt im Verhältnis zur Zeit, wenn Sie Ihre Preise richtig setzen.
Fragen Sie nach jeder Lieferung nach einer Rückmeldung und, wenn passend, nach einer Referenz, ohne vertrauliche Inhalte offenzulegen. Bei Übersetzungen ist Vertraulichkeit Teil des Produkts. Kundschaft vertraut Ihnen Dokumente an, die niemand sonst sehen soll. Legen Sie deshalb fest, wie Sie Dateien speichern, wann Sie sie löschen und wer ausser Ihnen Zugriff hat. Ein Satz in der Offerte dazu schafft Vertrauen. Sinnvoll ist auch ein eigenes Glossar pro Kunde, damit Fachbegriffe in späteren Aufträgen einheitlich bleiben und Sie schneller arbeiten.
Was bei selbständiger Arbeit in der Schweiz zu klären ist
Wer auf eigene Rechnung übersetzt, meldet sich in der Regel bei der Ausgleichskasse als Selbständigerwerbender an. Einkünfte gehören in die Steuererklärung; das Steueramt des Kantons St. Gallen gibt Auskunft. Zu Mehrwertsteuer und Handelsregister: Das hängt vom Umsatz ab und wird von der Eidgenössischen Steuerverwaltung und dem Handelsregisteramt beantwortet.
Bei Aufträgen aus dem Ausland sind steuerliche und rechtliche Fragen zu klären, etwa wie Rechnungen an Firmen in Deutschland oder Österreich zu stellen sind. Fragen Sie dazu die Steuerverwaltung oder eine Treuhandstelle. Für beglaubigte Übersetzungen gibt es kantonale Regeln, wer Übersetzungen beglaubigen darf; erkundigen Sie sich bei der zuständigen Behörde des Kantons St. Gallen, bevor Sie solche Aufträge annehmen.
Eine Berufshaftpflichtversicherung ist zu prüfen, denn Fehler in Verträgen können teuer werden. Neben einer Anstellung prüfen Sie den Arbeitsvertrag auf Nebenbeschäftigungsregeln.
Was in den ersten Monaten schiefgeht
Ein häufiger Fehler ist, Texte anzunehmen, die fachlich über das eigene Wissen hinausgehen. Ein Medizin- oder Rechtstext ohne Fachkenntnis führt zu Fehlern. Lehnen Sie solche Aufträge ab oder holen Sie ein Zweitlesen ein.
Der zweite Fehler sind unklare Fristen und Formate. Ein Kunde erwartet eine Word-Datei im ursprünglichen Layout, Sie liefern einfachen Text. Klären Sie das vorher. Drittens werden Preise zu tief angesetzt, weil maschinelle Übersetzung als Vergleich im Raum steht. Der Wert Ihrer Arbeit liegt in Verlässlichkeit und Verantwortung, und das darf im Preis sichtbar sein.
- Fachtexte ohne Fachwissen angenommen
- Format und Frist nicht geklärt
- Preis wegen maschineller Übersetzung zu tief gesetzt
- Vertraulichkeit nicht ausdrücklich zugesichert
Wie ein Websta-Profil dazu passt
Ein Websta-Profil sieht aus wie eine kleine Website mit Leistungen, Preisen, Fotos, Kontaktformular und Online-Buchung. Sie können Ihre Sprachkombinationen, Fachgebiete und Berechnungsgrundlagen festhalten und den Link an jeden schicken, der wissen will, was eine Übersetzung kostet.
Das Profil wird über die Suche nach Leistung und Ort gefunden. Zusätzlich stellen Menschen auf dem Marktplatz Aufgaben ein, auf die Anbieter Offerten machen. Die Preise legen Sie selbst fest. Kartenzahlungen laufen über Stripe auf Ihr eigenes Bankkonto. Die Kategorie finden Sie unter /marketplace/translation.
Häufig gestellte Fragen
- Darf ich in St. Gallen beglaubigte Übersetzungen machen?
- Dafür gelten kantonale Regeln. Fragen Sie bei der zuständigen Behörde des Kantons St. Gallen nach, was für die Beglaubigung nötig ist.
- Wie rechne ich eine Übersetzung ab?
- Üblich sind Preise pro Wort, Zeile oder Seite, bei Korrektur auch nach Zeit. Nennen Sie die Grundlage in der Offerte.
- Lohnt sich Übersetzen noch wegen maschineller Übersetzung?
- Gefragt bleiben Fachtexte, Verträge und Dokumente, bei denen jemand Verantwortung übernehmen muss. Reine Standardtexte verlieren eher an Wert.
- Kann ich Übersetzungen neben dem Beruf anbieten?
- Oft ja, da vieles zeitlich flexibel ist. Prüfen Sie den Arbeitsvertrag auf Nebenbeschäftigungsregeln und melden Sie die Tätigkeit bei der Ausgleichskasse an.
Zu den Zahlen
Die Zahlen in diesem Leitfaden wurden aus dem Websta-Katalog zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes entnommen und oben aus dem Live-Katalog aktualisiert. Ein Teil des Katalogs wurde aus dem öffentlichen Unternehmensregister erstellt und ist auf jedem Profil entsprechend gekennzeichnet.
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